Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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mocht hätte; daher mußte ich mühſam Deine oft verloren gehende Spur verfolgen, um Dich zu finden. Zu Branden⸗ burg erhielt ich endlich durch den Prälaten, an den ich mich gewandt, ſichere Kunde von Dir und Deinem Treiben, faſt in demſelben Augenblick, wo ſie ihm ſelber zuerſt ward; und ungeſäumt begab ich mich mit ihm hierher, um gut zu machen, was Du Böſes angerichtet. Dann wollte ich, beruhigt über die Folgen meiner Unvorſichtigkeit wenn's möglich war, mit Dir zu jenem weiſen Manne zurückkehren, wie ich es beſchloſſen, als ich vor zwei Jahren ihn verließ. Doch lei⸗ der ſehe ich ein, daß ich zu ſpät gekommen bin zu ſpät für Dich ſowohl, als auch für mich. Denn daß ich arglos Dir vertraute, hat Vielen Unheil und Verderben gebracht. Zwar bin ich dadurch reicher geworden an Weisheit, doch theuer muß ich dieſen Erwerb erkaufen durch die Ruhe mei⸗ ner alten Tage. Wird man auch mich nicht einſt zur Rechen⸗ ſchaft ziehen ob des Böſen, das Du gethan, indem Du die Macht, die ich Dir durch das höhere Wiſſen gab, frevelnd mißbrauchteſt? Du bateſt mich vorhin, Dein Leben zu ver⸗ längern durch jenes Elirir, deſſen Zubereitung und Wunder⸗ kraft ich ſelber Dich einſt kennen lehrte; wohlan, dieſe meine Erzählung ſollte Dir als Antwort darauf dienen. Lieber würde ich den Heiltrank in Gift verwandeln, als Dir durch ihn die Möglichkeit gewähren, noch ferner Böſes zu vollbrin⸗ gen. Doch iſt es ohnehin mit Dir zu Ende; denn ſchon iſt Dir der Tod au's Herz getreten und ſelbſt jenes Elirir ver⸗ mag Dich nicht mehr zu retten!

Nein, nein Ihr ſprecht die Wahrheit nicht, ich ſehe es Euch anl verſetzte der Verwundete. Ihr könnt mich retten, doch Ihr wollt es nicht. Und doch kann mir kein Anderer den Heiltrank reichen; ein einziger Tropfen zu we⸗ nig, ſo bleibt er ohne Wirkung; ein Tropfen zu viel giebt mir den Tod zur Stelle.