kenntniß weichen; und je klarer und reiner dieſe ſtrahlt, je mehr wird das Böſe verſchwinden von der Erde. Daß einſt eine ſolche Zeit für unſere Erde anbrechen wird, das lehrt uns die erhabene Natur, wenn wir mit reinem Sinn in ihrem Buche leſen; aber ſie zeigt uns auch in ihrem eigenen Wirken, wie es geſchehen wird. Ihr Gang iſt durch ein ewiges Weltgeſetz geregelt; ihm vorzugreifen, heißt ihm wider⸗ ſtreben, und ſolches bringt ſtets nur Unheil und Verderben! Darum, mein Freund, höre meine Stimme und laß ab von dem Beginnen, an deſſen Klippen Beſſere und Weiſere zer⸗ ſchellten. Daß Einzelnen der höheren Erkenntniß Quell er⸗ ſchloſſen ward, ſei Dir ein Zeichen, daß er einſt der ganzen Menſchheit rinnen wird, wenn auch Jahrhunderte bis dahin noch vergehen werden. Vor Allem aber merke Dir die Wahrheit: Willſt Du je Einen durch Erkenntniß zum Glück führen, ſo mußt Du zuvor ſein Herz dem Guten und dem Edlen öffnen können; gelingt Dir Dieſes nicht, ſo laß auch Jenes ſein, denn anſtatt zum Glücke, führſt Du ihn und Andere ins Verderben! In der Gewalt des Böſen wird der Erkenntniß hellſtes Licht zu⸗Lüge und Finſterniß!
Noch Vieles ſprach er mit mir über dieſen Gegenſtand, und täglich lernte ich mehr von ihm. Ich beſchloß, meine übrige Lebenszeit bei dem Weiſen zuzubringen, nachdem ich auch Dich ihm zugeführt, und da der Zeitpunkt nahete, bis zu welchem Du meiner Rückkehr warten ſollteſt, ſo machte ich mich auf den Weg, um Dich zu holen. Daß ich weder Dich noch mein Eigenthum, das Dir noch nicht gehörte, wiederfand, war die erſte Beſtätigung jener weiſen Lehren; faſt vollendete Erkenntniß war Dir durch mich zu Theil ge⸗ worden, und dennoch hatteſt Du ſchnöde Dein gegebenes Wort gebrochen, hatteſt Deinen Wohlthäter verlaſſen und beraubt.
Durch dieſen Raub war ich außer Stande, zur Stelle Deinen Aufenthalt zu erforſchen, wie ich's ſonſt wohl ver⸗


