Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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niß, in den Händen des Böſen aber wird ſie zur Geißel durch Mißbrauch und Eigennutz. Auch haben Größere, Er⸗ habenere als ich und Du bereits dies Werk verſucht; noch heute verehren Millionen Lippen ihre Namen: doch haben ſie ihr göttlich Ziel erreicht? Werden nicht noch heute ihre er⸗ habenen, himmliſchen Lehren gemißbraucht vom böſen Willen und vom Unverſtande Derer, die ſie glücklich machen wollten? Iſt es dem Erhabenſten, Reinſten und Vollkommenſten unter ihnen gelungen, das Böſe aus den Herzen der Menſchen durch ſeine beiſpielloſe Liebe zu verdrängen? Siehe, dieſer Eine, den ich meine, er wirkt noch heute unter den Menſchen durch ſeinen heiligen Geiſt; aber wie Wenige gab es bisher, die wahrhaft durch ihn erleuchtet und glücklich wurden! Hat Er, der erhabene Meiſter, jemals der Möglichkeit gedacht, durch ſeine himmliſche Lehre alle Menſchen gut und edel zu machen? Und Du ein Nichts gegen ſeine Macht und Herrlichkeit Du wollteſt Solches vollbringen? Laß ab, Freund, von dieſem Gedanken; ſchon der bloße Verſuch ſei⸗ ner Ausfuͤhrung wird Dich und viele Andere mit Dir in's Verderben ſtürzen!

So ſprach der Weiſe zu mir, und ob ich mich auch da⸗ gegen ſträubte, ich mußte ihm Recht geben.

So wird denn ewig Nacht und Finſterniß bleiben auf dieſer ſchönen Erde, klagte ich, und immer wird auf ihr das Böſe und die Lüge herrſchen!

Auch dem iſt nicht ſo! tröſtete der Weiſe. Licht und Wahrheit werden einſt ihren Thron aufſchlagen hier auf Erden, wenn die Zeit gekommen iſt. Wie der Tag all⸗ mälig aus dem Dunkel ſich erhebt; wie die Fluren des Nor⸗ dens nach der Erſtarrung des Winters ſich allmälig mit friſchem Grün bekleiden; wie Alles, was die erhabene Natur durch ihre Kraft ſchafft und hervorbringt, nicht mit einem Schlage erſteht: alſo wird auch die geiſtige Nacht, die jetzt noch auf der Menſchheit lagert, allmälig der hellſten Er⸗