Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Sinnen zu erforſchen, wie ich's wohl gekonnt hätte mit Hülfe meines Wiſſens.

Bald hatte der Schüler den Meiſter erreicht; doch war es mir bei dem Unterrichte klar geworden, daß mir noch Vieles fehlte zur völligen Erkenntniß. Früher ſchon hatte ich von einem weiſen Manne gehört, der in Afrika unter den Mauren wohnt, und deſſen Wiſſen unbegrenzt ſein ſollte; als ich aber zum erſten Male von ihm hörte, glaubte ich von meinem Wiſſen daſſelbe und hatte es daher unter⸗ laſſen, auch von ihm zu lernen. Jetzt, wo ich meinen Man⸗ gel inne ward, beſchloß ich das Verſäumte nachzuholen und ſchiffte mich nach Afrika ein. Dir, Theobaldo, ſagte ich noch nicht, wozu ich Dich herangebildet; ich hoffte ſicherlich, Dich erſt zur Vollkommenheit zu erheben, deren Du zu dem großen Werke, zu deſſen Vollbringung ich Dich erkoren glaubte, bedurfteſt.

Glücklich langte ich bei dem weiſen Manne an, gewann ſeine Freundſchaft und fand bald, daß die Fama nicht zu viel von ihm erzählte; mein Wiſſen war Stückwerk gegen das ſeinige. Ich ſprach mit ihm von meinem Vorſatz, durch Wiſſen die Menſchheit zur Erkenntniß und zum Glück zu führen und ſagte ihm von meiner Hoffnung, dies in kurzer Zeit durch meinen Schüler vollbracht zu ſehen. Da ſchüt⸗ telte der Weiſe lächelnd, doch ernſt ſein ehrwürdiges Haupt.

Nicht alſo, Freund! ſprach er zu mir. Gelänge es Dir auch, das Unmögliche, und könnteſt Du die Menſchheit während eines Lebensalters zur vollkommenen Erkenntniß führen, ſo glaube mir's Du würdeſt das Unheil da⸗ durch erſt recht und in erhöhtem Maße auf ſie herabbe⸗ ſchwören. Viel haſt Du Dir geſammelt auf allen Gebieten des Wiſſens, doch in einer Sphäre biſt Du unbekannt, näm⸗ lich in der Kenntniß des Menſchenherzens; wäre dem an⸗ ders, Du würdeſt ſelber zurückſchrecken von Deinem Vor⸗ ſatze. Dem edlen, guten Menſchen nur frommt die Erkennt⸗