——õÿ
54 6₰ SBDyyDDd
entſchwindet ſie und er geräth auf Irrwege. So iſt's auch
mit Dir der Fall.
— War es denn nicht gerecht, was ich vorhatte? mur⸗ melte Theobald Rycke, der ſich kaum noch aufrecht erhalten konnte. Hat der Elende denn nicht verdient, daß ich mich ſo an ihm rächte?
— Du mußteſt Gott, der es in Deiner Verirrung noch gut mit Dir meinte, die Beſtrafung des Schuldigen über⸗ laſſen, denn ſein iſt die Rache.
— Willſt Du nicht in Deinen letzten Stunden Dich zu Gott wenden, Menſch? fragte jetzt der Biſchof. Willſt Du nicht durch Reue und Buße die ſchweren Frevel Deines Lebens ſühnen und ſo Dich des Allgütigen Gnade theilhaf⸗ tig machen?
— O, noch iſt's nicht ſo weit mit mir, wie Ihr meint! erwiederte der Angeredete, der zu den Stufen des Betaltars wankte und ſich dort niederließ. Pignetti, mein Lehrer, eilt hinauf nach meiner Zelle; dort werdet Ihr— im Wand⸗ ſchrank— das Elixir finden— welches das Leben verlän⸗ gert. Bringt es mir, denn ich will leben, Allen zum Trotz! Wir wollen beweiſen, daß allein die Wiſſenſchaft—
— Meinſt Du, die Wiſſenſchaft ſtände höher als Gott, der alles Leben erſchafft, erhält und ihm gebietet? verſetzte Pignetti, als er die beiden Bruſtwunden ſeines ehemaligen Schülers beſichtigt hatte. Höre mich, Theobaldo, und auch Ihr Alle, die Ihr hier anweſend ſeid, hört auf meine Worte, fuhr er dann traurig fort. Als ich damals Dich, Theo⸗ baldo, in die Pforten der höheren Wiſſenſchaften einführte, glaubte ich der Menſchheit einen hohen Dienſt zu erweiſen. Du ſollteſt der Erbe meiner Kenntniſſe werden, zu deren Erlangung ich mehr denn ſechszig Jahre meines Lebens ver⸗ wendete, und die in dieſem Welttheil Keiner weiter beſaß. Schon früher hatte ich feſt geglaubt, daß alles Unheil, ſo die Menſchheit bisher betroffen, bewältigt und für immer


