Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Mönch erſchüttert. Unſeliger, Du biſt's, Du, ſein leiblicher Vater, der ihn mordet; denn Ottokar und Lisbeth ſind Deine und Martha's Kinder!

Du biſt von Sinnen, Mönch! ſprach Theobald, er⸗ bebend vor dem Gedanken, daß Jener die Wahrheit ſprechen könnte.

Genug der Spiegelfechterei! rief Heydicke zugleich. Wohl merke ich, worauf's hier abgeſehen iſt! Weder iſt dieſer, der hier leibhaftig vor uns ſteht, der Theobald Rycke denn deſſen Gebeine modern längſt in den Gewölben von St. Nikolai noch ſind

O, diesmal ſprach der Unglückliche die Wahrheit, wie ich ſie ſpreche! unterbrach ihn der Mönch. Seinem treuen Diener, dem er vor wenig Wochen zum Danke für ſeine damalige Rettung das Geiſteslicht raubte, gelang es damals, ihm das Leben zu erhalten, und wohl erkenne ich in dieſem Menſchen, der ſich Pignetti nennt, den Theobald Rycke wieder; denn ich, damals Pfarrer zu Rycksdorf, ich legte, während er bewußtlos in meinem Hauſe lag, Mar⸗ tha's Hand in die ſeinige und verband ſie kraft meines Am⸗ tes durch prieſterlichen Segen. Daß dem alſo iſt, kann und werde ich Euch beweiſen; daß ich aber bisher geſchwiegen, daran war ein Eid ſchuld, deſſen ich in dieſen Tagen durch

meinen geiſtlichen Oberhirten, den hochwürdigſten Biſchof von Brandenburg, der jetzt hier zugegen iſt, entbunden wor⸗ den bin.

Nein, nein, Du lügſt dennoch! rief Theobald mit vor Schrecken und körperlichem Schmerz faſt erſtickter Stimme. Denn wäre es wahr, was Du ſagſt, dann wäre alle Wiſ⸗ ſenſchaft nur Betrug und Lüge.

Nicht die Wiſſenſchaft hat Dich betrogen, denn ſie iſt wahr und göttlich, wie ihr Urquell über den Sternen! nahm der greiſe Pignetti in ernſtem Tone das Wort. Doch wer ihr nicht mit lauterem und reinem Herzen dient, dem