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Glanzlos ſtierten Rycke's Augen mehrere Sekunden lang auf ſeinen Bruder, der ſo ſich ihm zu erkennen gab. Im⸗ mer unheimlicher wurde ſein Blick.
— Biſt Du denn der Todte, ſo fahre hinab zu den Todten! ſchrie er plötzlich auf.
Er riß einen Dolch von ſeinem Gürtel und ſtieß ihn in demſelben Augenblicke unter ſchauerlich klingendem Hohn⸗ gelächter in ſeines Bruders Bruſt. Dann wandte er ſich, mit dem Ausdruck des Wahnſinns in ſeinen Zügen, nach der aufgeſprengten Thür, wo ihm die Bewaffneten ſcheu Platz machten, und lief den finſtern Gang entlang, der von ſeinem Gelächter widerhallte. Ihm faſt auf dem Fuße folgte Brigitta.
— Eilt ihm nach und ergreift ihn! rief Stroband, der zuerſt das Grauen und Entſetzen überwältigte, das dieſe Scene den Anweſenden verurſachte, den Bewaffneten zu.
— Nein, man laſſe ihn! gebot Pignetti dagegen, der die Mordwaffe aus ſeiner Bruſt gezogen hatte und ſeine Hand auf die neue Wunde preßte. Was könntet Ihr ihm noch thun?
Seine Gewalt über die Leute war noch ſo groß, daß Niemand weiter an Rycke's Verfolgung dachte. 4
— O, Theobald, was iſt aus Dir geworden? nahm jetzt deſſen greiſer Lehrer betrübt das Wort. Zu einem glück⸗ lichen Weiſen wollte ich Dich machen— und muß Dich hier finden, elender und unglücklicher, als damals, wo ich mich Deiner annahm.
— Jeder findet das Glück in ſeines Strebens Ziel, mein Vater! entgegnete Pignetti, oder vielmehr Theobald Rycke. Meines Strebens Ziel war aber die Rache; ich habe es erreicht, vollkommen erreicht, und bin nicht unglücklich! Zwar war ich ſchwach genug, nach vollbrachter Rache auch noch auf ein anderes Glück zu hoffen— doch ich bin's auch ſo zufrieden!
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