Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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fändet! Habe ich Euch etwa geheißen, den Waldwärtel zu morden, Euren und Strobands Sohn in den Hungerthurm zu werfen und Meuchelmörder gegen den vermeintlichen Sohn Eures älteren Bruders zu dingen? Habe ich Euch ange⸗ trieben zu Hochverrath, Betrug und Kirchenraub? Mich dünkt, Ihr allein nur hättet ſo ſchwarze Verbrechen erſinnen und ausführen können! Meint Ihr etwa, es hätte mir ge⸗ nügt, Euch nur irdiſche Strafe erdulden zu laſſen, bei wel⸗ cher Ihr Euch in Eurem Innern tröſten und beruhigen konntet mit dem Gedanken, daß Ihr verführt und verleitet worden ſeid? Solches hätte ich leichter haben können durch einen Dolchſtoß! Ich wollte nicht einmal, daß Ihr der irdi⸗ ſchen Gerechtigkeit anheimfallen ſolltet; denn ihre ſchärfſten Strafen was ſind ſie gegen die, welche ich für Euch be⸗ ſtimmt habe! Nein nicht ſterben ſolltet Ihr, ſondern leben leben mit dem gefräßigen, aber langſam nagenden, nie verzehrenden Wurm am Herzen leben, gehetzt von den Furien des Gewiſſens leben, umkrallt von dem Grimme gegen Euch ſelber! Am Tage ſolltet Ihr die Nacht herbei⸗ wünſchen, um Euch ſelber zu entfliehen, und Nachts auf dem von bleichen und drohenden Schreckgeſtalten umſtandenen Lager ruhelos und mit Zähnklappen dem Tage entgegenſtöhnen Ihr ſolltet in jeder Stunde Euer Daſein verfluchen und von kaltem Entſetzen gepackt werden, wenn Ihr der Stunde Eures Todes gedenkt mit dem Kainszeichen auf der Stirn von Ort zu Ort getrieben werden und nirgend ein Plätzchen für Euch finden ſo ſolltet Ihr leben, bis endlich der Ver⸗ zweiflung ſengendes Gift das letzte Atom Eures Hirns ver⸗ brannt und Eure letzten Blutstropfen eingetrocknet hatte! Bereits habt Ihr ein Pröbchen ſolcher Strafe empfunden, nicht ſo, Herr Rycke? Ihr meintet ſelber zu mir, die Hölle habe all' ihre Qualen über Euch ausgegoſſen; und dennoch waren ſie nur der ſchwache Vorgeſchmack derer, die Euch,

den Verfluchten, von dieſer Stunde an erwarten! Die ſchwarzen Brüder. IV. 4

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