Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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ANNNNNRVRO

Gewicht den Schuldigen darniederſchmetterte, daß er ſich wand und krümmte wie der Wurm im Staube. Aber wie der Wurm noch in ſeinen Todeszuckungen den Stachel zückt gegen den, der ihn zertritt, ſo auch Rycke.

Ja, es iſt wahr, ich habe einſt Theobald verleumdet, verrathen, vergiftet ſagte er, aber ich habe dieſe Thaten bereut, bitter bereut und abgebüßt! Ich ſorgte für Martha, wie ich's vermochte; doch für ihre Kinder konnte ich nichts thun, da ich ſie für todt hielt!. Es iſt auch wahr, daß ich an Brigitta verbrochen, was Du geſagt haſt; aber es ge⸗ ſchah in jugendlichem Leichtſinn, und als ich's auch an ihr gut machen wollte, war es zu ſpät, denn auch ſie hielt ich für todt! Alles Andere aber, deſſen Du mich zeiheſt, iſt es nicht Dein Werk, verruchter, entlarvter Betrüger? Haben mich nicht Deine Gaukelkünſte umſtrickt, und waren es nicht Deine trügeriſchen Vorſpiegelungen, die mich zu meinen ſpä⸗ teren Verbrechen trieben? Schreckte ich nicht beſtändig zu⸗ rück vor ihnen und waren es nicht immer Deine gleißneri⸗ ſchen Worte, welche die Stimme meines Gewiſſens zu unter⸗ drücken wußten? Warſt Du es nicht, der meine geheimſten

Neigungen aufſtachelte und nährte, daß ſie zu raſenden

Leidenſchaften anwuchſen? Ja, ich bin reif zum Blutgerüſt, aber ich beſteige es gern, denn Du wirſt mit mir denſel⸗ ben Pfad wandeln, deß ſei gewiß! Beweiſen werde ich's, zweifellos und klar, daß Du ein größerer Böſewicht biſt, als ich daß Du der Urheber der Verbrechen biſt, die ich begangen

Ruhig, ja lächelnd, hatte ihm Pignetti zugehört; jetzt aber nahm dieſer das Wort.

Ihr irrt Euch, Herr Rycke, ſagte er gelaſſen; ich habe Euch keineswegs zu all den Schandthaten verleitet, die Ihr verübtet! Erinnert Euch vielmehr, daß ich Euch ſtets die Rathſchläge verweigerte, die Ihr von mir fordertet, und Euch immer nur das thun hieß, was Ihr ſelber für gut