Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Ha wer rief da? ſtieß Pignetti heraus, wild im Kreiſe umherblickend.

Ein alter Mann mit weißem Haar trat hervor.

Erkennſt Du mich, Theobaldo? fragte er.

Entweiche Trugbild! rief Pignetti beim Anblick des Greiſes, indem er ſelber etliche Schritte zurückwich.

Kein Trugbild ſteht vor Dir! fuhr Jener fort. Es iſt Dein Lebensretter, Dein Wohlthäter, Dein Lehrer, deſſen Eigenthum und Namen Du geraubt haſt, der jetzt zu Dir ſpricht, Undankbarſter der Sterblichen! Schnöde brachſt Du Dein Wort und entflohſt mit meinen Schätzen, bevor die Zeit verfloſſen, die ich Dir geſtellt! War mein Thun an Dir ſolchen Dankes werth?

Was iſt Euch, Herr Rycke? hörte man in demſelben Augenblicke den Stadthauptmann Stroband fragen. Dünkt's Euch zu heiß hier?

Warum zögerſt Du noch, Berend? rief Brigitta, ſich durch die Anweſenden zu Rycke drängend. Siehe, da ſteht der Altar, dort der Prieſter und hier die Zeugen! Aber mein Kind fehlt noch!

Was willſt Du, Weib, von mir? Ich kenne Dich nicht! ſtieß Rycke heraus.

Haſt mich doch ſonſt gekannt, Berend! fuhr Bri⸗ gitta fort. Willſt Du mich wieder verleugnen, wie damals, als ich Dir Dein Kind brachte? O Herr, wandte ſie ſich dann zu dem Biſchof, ſagt ihm doch, daß ich die arme Bri⸗ gitta bin.

Was hat die Arme vor? Erklärt mir's doch, Herr Prior! fragte der Biſchof dieſen, dem man die Leiter gereicht hatte, daß er in's Gemach gelangen konnte.

Ich weiß am wenigſten davon, erwiederte der Prior zitternd. Man übergab mir ein päpſtliches Breve, das de Befehl für mich enthielt, den geiſtlichen Doktor nach Gefal⸗ len ſchalten zu laſſen in meinem Kloſter, ohne mich um ſein