Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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3.

Während Pignetti noch oben in ſeiner Zelle weilte und ſchrieb, ging es an einem andern Orte deſſelben weitläufti⸗ gen Kloſtergebäudes, nämlich in dem unterirdiſchen Gemach, das mit dem Kirchengewölbe durch einen geheimen Gang in Verbindung ſtand, gar traurig her.

Auf dem Ruhebette, das in dieſem ziemlich gut ausge⸗ ſtatteten Gemach ſich befand, lag Klara todesmatt darnieder. Ihre Wangen und Lippen waren bleich und welk, der Glanz ihrer Augen erloſchen; nur an dem lieblichen Lächeln, das noch hin und wieder ihr Antilitz verklärte, erkannte man Klara's kindlich holde Züge wieder.

Brigitta kauerte auf dem Teppich vor dem Ruhebette und blickte unverwandt auf ihre leidende Gefährtin. Am unteren Ende des Lagers aber ſtand Peter Steffen, der treue Diener und Freund, der nicht ahnte, was Alles während ſeiner Gefangenſchaft vorgegangen war in der Außenwelt; mit großer Mühe und Anſtrengung erhielt er ſich aufrecht, um ſeine Schwäche den Blicken der Jungfrau zu verbergen, während aus ſeinen vom vielen Wachen gerötheten Augen große Thränen über ſein abgezehrtes Geſicht rannen. Die Scene, welche ſich hier zeigte, war ein rührendes Seitenſtück zu der, welche am geſtrigen Abend in Ottokars Gefängniß ſtattgefunden hatte.

Nun aber hört, mein wackerer Freund und Be⸗ ſchützer, was ich von Euch erbitte! fuhr Klara in dem Ge⸗ ſpräche fort, welches ſie ſchon vorhin mit Peter geführt, bevor ihre Mattigkeit ſie zwang, daſſelbe auf eine Weile zu unterbrechen. Wenn Ihr's irgend vermögt, o ſo ſorgt da⸗ für, daß man mich nicht mit den Kleidern, die jetzt mich be⸗ decken, in mein letztes, enges Häuslein legt, ſondern daß