Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38

AAAAAAAAAQæRACÖOÖꝑÖ

Und jener Burſche ſoll mich heute nicht verhindern, das Mädchen meinem Willen dienſtbar zu machen; ich ſchonte ihn bisher, um Klara's Ende nicht zu beſchleunigen, doch heute räume ich das Hinderniß hinweg.

In einer Stunde alſo werde ich wiſſen, wodurch ich Martha's Gebreſte heilen kann; in einer Stunde werde ich wiſſen, ob meine und ihre Kinder leben, und wo ich ſie finde.

Alles iſt zu meiner Abreiſe bereit. Zu derſelben Stunde, wo die Armenſünder⸗Glocke durch die Lüfte heult, daß mein Feind ſeinen eigenen Sohn ermordet, verlaſſe ich mit dieſen meinen Schätzen die Mauern dieſer beiden Städte, führe Martha, die Einzige, ſo mir treu geblieben, mit mir, und auch die Kinder, wenn ſie noch am Leben. Dann aber eile ich nach Welſchland zurück; unter des Südens mildem Him⸗ mel wird Martha, ſowie ich geneſen, und unſere Kinder ſol⸗ len uns erfreuen bis an unſers Lebens ſpätes Ende; ſie ſollen meines Wiſſens Schätze einſt ererben!

Du aber, göttliche Wiſſenſchaft, du ſtehe mir nun zur Seite, daß mir's gelingt, was ich jetzt thun will! Du wei⸗ gerteſt dich, meiner Rache ſo zu dienen, wie ich es wollte: wohlan denn, diene nun meinem Glück und du ſollſt mich nicht undankbar erfinden!

Noch eine kurze Zeit verweilte er, als müſſe er erſt mit ſich ſelber Vorbereitungen treffen für ſein Vorhaben; dann

aber ging er in die zweite Zelle und trat hin zu derſelben Stelle der Wand, an der Rycke am Weihnachtsabende jene wunderbaren Bilder erblickte. Durch eine Bewegung ſeines Armes wich das ſcheinbare Mauerwerk plötzlich zurück, und es zeigte ſich ein langer dunkler Gang, wie ſich deren in den Kloſtergebäuden aus jener Zeit noch häufig vorfinden. Pignetti betrat den Gang und hinter ihm verſchloß die Wand ſich wieder.

2

8