AAAAAANANRNRS
anders gefügt und ich bin's zufrieden. Meines Feindes Schuld ward dadurch nicht geringer, doch meine Rache glän⸗ zender, denn wenn dieſe Schrift in ſeine Hand gelangt, wird Bernhard ſeine leibliche Schweſter als ſein Eheweib umarmt haben. Daß aber dem ſo i*ſt, wie es hier geſchrieben ſteht, habe ich durch Hülfe meiner Wiſſenſchaft erfahren, die nim⸗ mer zu trügen vermag; genaue Nachforſchungen werden es klar beweiſen.“ G
Als Pignetti mit dem Schreiben fertig war, legte er das Pergament ſorgfältig zuſammen und verbarg es bei ſich.
— Er ſolbs erhalten, zu gehöriger Zeit, murmelte er. Schon jetzt haben ihn des Gewiſſens Furien gepackt; hat er dieſes hier geleſen, ſo mag er ſich und die Welt ver⸗ fluchen; Entſetzen und Verzweiflung im Herzen, ſein elendes Daſein dahinſchleppen und nirgend Ruhe finden auf der Erde; er wird die Todten beneiden und doch vor ſeinem Tode ſcheu erzittern— dafür habe ich geſorgt. So allein iſt die Rache meiner würdig!
Seit ich dieſes mein Werk vollbracht, regt ſich wie⸗ der ein Verlangen in meiner Seele, das ich in den letztver⸗ floſſenen Wochen nicht ohne Ueberwindung unterdrückte! fuhr er nach einer Pauſe fort. Ob ich ihm jetzt nachgebe? Und wird ſeine Erfüllung mir das Glück gewähren, welches es ſchmeichelnd mir verheißt? Soll dieſes Herz noch menſchlich fühlen trotz Allem, was ihm widerfuhr— ſoll mein Sinn noch der Freude zugänglich ſein trotz Allem, was ich aus⸗ gedacht und vollführt? 3
Ja, es ſei, es ſei, ich will es wagen! Ich will es wagen, weil ich nichts dabei verlieren, wohl aber gewinnen kann! 4
Zum guten Glücke habe ich meiner Gefangenen Leben bisher erhalten, um für alle Faͤlle gerüſtet zu ſein. Zwar liegt jetzt Klara in den letzten Zügen, doch um ſo geringer
iſt ihr Widerſtand, den ich diesmal gewiß beſiegen werde.
8


