Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

AæAꝗꝑÖꝑÖNÖÖꝑÖÓV́

Pignetti auf, da ich ein päpſtliches Breve vorzeigte, das dem Prior befahl, in allen Stücken mir zu Willen zu ſein.

Der Ruf von meiner großen Kunſt und Macht erfüllte bald die beiden Städte; denn alſo mußte es ſein, wenn mir mein Werk gelingen ſollte.

Brigitta, das Mädchen, das er verführt und dann ver⸗ ſtoßen, ſie ward mein erſtes Werkzeug zur Erfüllung meiner Rache. Zu meinem Streben geſellte ſich das Glück; bald kannte ich meines Feindes geheimſtes Thun und Trachten und ſein vergangenes Leben lag wie ein aufgeſchlagen Buch vor mir ich warf das Netz aus und er war mein.

Als Brigitta unfähig ward, mir die Dienſte zu leiſten, deren ich zu meinem Werk bedurfte, führte er ſelber mir ein ander Werkzeug zu, indem er mich an das Krankenbette des Mädchens rief, die ihm im Wege war. Ich ſollte ſie be⸗ ſeitigen; er ſagte es nicht laut, doch wünſchte er's insge⸗ heim, in der Hoffnung, daß ich ihn verſtehe.

Faſt ſchon am Ziele, ſchien es plötzlich, als ſollte mein Werk an dem Eigenwillen jenes Mädchens ſcheitern, den zu beſtegen alle Wiſſenſchaft und Kunſt zu ſchwach war. Da rief ich die Hölle zu meiner Hülfe an und ſie gewährte mir bereitwillig, was mir die Wiſſenſchaft verſagte. Zwar kam nun Alles anders, als ich es gewollt, doch es kam gräßlicher dafür. Hat die Hölle auch den Ausſchlag hier gegeben, ſo that ſie's doch auf meine Veranlaſſung und daher habe ich ſelber mich gerächt!

Damit mein Todfeind aber meiner Rache ganze Schwere fühle, ſo mag er wiſſen, daß er ſeinen eigenen Sohn gemor⸗ det hat in jenem Ottokar, den er allein dem Henker über⸗ lieferte. Ottokar und Lisbeth ſind die Kinder der Brigitta. Den Bernhard und ſeinen Gefährten, welche Beide er im Hungerthurme elend umkommen laſſen wollte, befreite ich, als ich durch meine Wiſſenſchaft dazu die Mittel fand; ſie ſollten mir zu beſſerer Rache dienen, doch hat die Hölle es

8