eene 8 zum Dank dafür mir Alles dies gethan! Doch nicht an ihm allein— die ganze Menſchheit ſollte es mir büßen!
Ich kam nach Welſchland, und in den Fehden zwiſchen den Fürſten und den Freiſtaaten ward's mir leicht, meinen Durſt nach Rache an der Menſchheit zu befriedigen; gar viele Opfer ſind ihr da gefallen. Doch wie ich an dem Einen mich rächen ſollte, wußte ich noch nicht, der qual⸗ vollſte Tod war mir dazu noch nicht genügend!
Da ſchickte ſich's, daß ich in einem Scharmützel von einem Wurſſpieß zu Tode getroffen niederſank; es iſt die⸗ ſelbe Wunde, welche des wagehälſigen Burſchen Eiſen mir neulich wieder öffnete. Mitleidige Mönche fanden mich, brachten mich in ihr Kloſter und riefen einen berühmten Heilkundigen herbei, der in der Nähe wohnte.
Es gelang ihm, mich der Geneſung zuzuführen; doch jetzt begann mein eigentliches Leiden. Des Gewiſſens Stimme ward jetzt in mir rege; in den langen ſchlafloſen Nächten ſahe ich die ſchuldloſen Opfer meiner Rache ſich meinem Lager nahen und mit Entſetzen und neuer Verzweiflung er⸗ füllte ſich meine Bruſt! O, keine Sprache hat ein Wort, das ſolche Qualen würdig bezeichnet! Schon die Erinnerung an ſie macht mich noch jetzt erbeben.
Stündlich faſt erneuerte ich den Schwur, es dem An⸗ ſtifter meines Elends einſt entgelten zu laſſen. Jetzt wußte ich ja, wie ich mich rächen mußte, die Qualen, die ich ſel⸗ ber eben litt, er ſollte gleichfalls ſie empfinden, und ich ſel⸗ ber wollte ſie in ihm hervorrufen.
Der heilkundige Pignetti gewahrte an verſchiedenen Zei⸗ chen, daß ich mich in meiner Jugend mit den Wiſſenſchaften beſchäftigt und es ziemlich weit gebracht hatte. Theilnehmend forſchte er nach meinem Schickſale und ich theilte ihm mit, was ich für gut befand.
Als ich völlig geneſen war, ließ er mich eines Tages
zu ſich kommen. Die ſchwarzen Brüder. IV. 3


