Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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mußte und ſollte mein Gelübde erfüllt werden des⸗ halb ſchlug ich einen andern Weg ein! Und ſiehe, was V dem ſauren Schweiße des Rechtſchaffenen verſagt ward, das ſtrömte reichlich dem Betrüger zu. Da ward ich inne, daß 8 Glaube und Tugend nur leerer Wahn und nur durch Klug⸗ heit und Selbſtſucht allein etwas zu ſchaffen ſei. Doch wenn ich jetzt auch jene Gefühle verachtete, ſo war mein Herz noch immer nicht erſtorben für die Liebe, und immer träumte ich 3 noch von künftigem Glück! Ff Mit Gold beladen kam ich nach etlichen Jahren in dieſe Gegend. Mein Thun in der letzten Zeit gebot mir Vorſicht, und heimlich ließ ich jenem Diener, auf deſſen Treue ich feſt baute, Kunde von meiner Gegenwart zukommen. Er 0⁰ war's geweſen, der des hinterliſtigen Bruders ſchändliche Anſchläge durchſchaut und vereitelt hatte; er hatte bei un⸗ ſerer Trennung mir geſchworen, für Martha und für das Weſen unter ihrem Herzen Sorge zu tragen, und ihm glaubte ich mich ſicher anvertrauen zu dürfen. Er kam, ſtellte ſich hocherfreut ob meines Wiederſehens, und ohne Hehl berich⸗ tete ich auf ſeine dringenden Fragen, wie's in der Fremde mir ergangen und wie ich's getrieben. So ſehr ich vorher mich nach einer Kunde von Martha auch geſehnt, jetzt wagte ich kaum nach ihr zu fragen, denn hätte ich was Gutes von ihr zu hören erwarten dürfen, ſo hätte Andreas nicht ſo eiſeskalte Mienen angenommen, als ich nur einmal ihren Namen nannte. Doch bald kam er ſelber mit ſeiner Un⸗ glücksbotſchaft heraus: Martha todt, meine Kinder todt, mein Vater todt, mein Treiben bekannt in den beiden Städten ſo lautete ſein Bericht, nach welchem er mir kalt den Rücken wandte. Ha, wie da die Furien des Grimms und der Verzweiflung mich von dannen trieben! Rache wollte iſt einſt nehmen, entſetzliche Rache an dem Urheber meines Elends, an dem Menſchen, der ſich mein Bruder nannte,. dem ich nur Gutes erwieſen von Kindesbeinen an, und der

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