Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Kein Fremder hat das Haus betreten, ſeit Ihr es heut fruͤh verließet, geſtrenger Herr, antwortete der Diener.

Wo iſt Ehrig? fragte Rycke nach einigem Beſinnen weiter.

CEhrig iſt gleich nach Euch weggegangen, indem er mir auftrug, für das Haus Sorge zu tragen, lautete der Beſcheid.

So hilf Du mir beim Umkleiden? gebot Rycke.

Nach einer halben Stunde begab er ſich, angethan mit der Amtstracht als Rathsherr, nach dem Rathhauſe, von wannen etwas ſpäter der geſammte Rath beider Städte auf⸗ brach, um ſich nach dem Palaſt des hochwürdigſten Biſchofs von Brandenburg zu begeben, welcher Prälat die geiſtliche Jurisdiktion über Berlin und Kölln auszuüben hatte. Dort angelangt, wurden ſie ſogleich in das Empfangsgemach des geiſtlichen Herrn geführt, wo ſie außer vielen höheren und niederen Geiſtlichen und Mönchen auch einen alten Mann vorfanden, deſſen Kleidung ihn als dem Gelehrtenſtande angehörig bezeichnete, und deſſen Geſichtsbildung und ge⸗ bräunte Farbe, ſowie die Gluth ſeiner dunklen Augen, die ſeltſam mit ſeinem ehrwürdigen weißen Haupt⸗ und Bart⸗ haar kontraſtirte, in ihm den Südländer erkennen ließen. Mit dieſem Manne, ſowie mit einem alten Franziskaner⸗ Mönch, war der Prälat in eifrigem Geſpräch, das in la⸗ teiniſcher Sprache geführt ward, begriffen, das er jedoch beim Eintritt der Mitglieder des Rathes abbrach, um deren ehrfurchtsvolle Begrüßung zu empfangen.

2.

n. Während ſich das in Obigem Erzählte in und vor dem einigenhauſe zutrug, verweilte Pignetti der welſche Wun⸗

ä