ſich daher ein wüthendes Geſchrei unter dem verſammelten Volke; man wollte die Rathsherren nicht eher von dannen gehen laſſen, ſie hätten denn zuvor ihr Wort darauf ver⸗ pfändet, das Schreiben des Guardians zur beſtimmten Zeit zu öffnen und deſſen Inhalt laut kund zu machen. Umſonſt war's, daß Heydicke verſicherte, die Sache ſei noch nicht ab⸗ gethan und werde ſich erſt entſcheiden, wenn man vom Biſchofe zurückgekehrt ſei; man verlangte mit Ungeſtüm die ſofortige Erklärung, daß dem Willen des Guardians genügt werden würde. Erſt als Stroband die Verſicherung des Bürgermeiſters beſtätigte und die Leute bat, ihn nicht zu zwingen, daß er noch in den letzten Tagen ſeiner Amts⸗ führung ſein Schwert gegen ſie ziehen müſſe zur Herſtellung der Ruhe und des Gehorſams gegen die Obrigkeit, ließen ſie ſich endlich bewegen, die Rathsherren ungehindert ziehen zu laſſen, und ſich ſelbſt nach Hauſe zu begeben. Die Mei⸗ ſten thaten dies jedoch mit dem feſten Vorſatze, ſich zu rech⸗ ter Zeit wieder hier einzufinden; wenn dann der Rath ſich weigere, den Inhalt jenes Schreibens zu veröffentlichen, ſo wollten ſie ihn wo möglich dazu zwingen.“
Als Rycke mit ſeinen Meinungsgenoſſen herunterkam, war der Platz vor dem Nathhauſe bereits leer. Er verab⸗ ſchiedete ſich jetzt von dieſen und eilte nach ſeinem Hauſe, das ihm ſtatt des alten Ehrig heute ein anderer Diener öffnete, obgleich es bisher ein Vorrecht Ehrigs geweſen, den Hausherrn zu empfangen, ſobald das beſondere Zeichen mit dem Schlägel deſſen Ankunft verkündete. Doch ohne nach der Urſache dieſer Veränderung zu fragen, ſtieg Rycke haſtig die Treppe zu ſeinem Gemach hinan, wo er den Handelsmann mit dem Blatt des Kirchenbuchs ſchon vorzufinden erwartete. Er fand jedoch Niemand dort; als er ungeduldig ſchellte, er⸗ ſchien der Diener, der ihm die Hausthür geöffnet.
— Iſt Jemand in meiner Abweſenheit hier geweſen unde⸗ hat nach mir gefragt? fragte er dieſen.


