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t. bieten in den biſchöflichen Palaſt. Zwar iſt in dem Schrei⸗ ben nicht bemerkt, wozu man unſerer dort bedarf, doch ahne ich, daß man uns rufen läßt wegen eines Franziskaners, den man in der Spree an der Langen Brücke ertränkt hat; wenig⸗ ſtens iſt mir dergleichen gemeldet worden. Laſſet uns daher eilen, unſer Richtergewand mit der Amtstracht zu vertauſchen und uns dann wieder hier zuſammen zu finden, damit wir in einmüthigem Aufzuge uns zu unſerem hochwürdigſten Biſchof begeben können, wie der Herr es wünſcht.
Er gebot dem Amtsſchreiber, das Schreiben des Guar⸗ dians, den Gegenſtand des Streites von vorhin, einſtweilen in das Archiv des Rathhauſes zu legen und darauf Acht zu geben, daß Niemand es öffne; dann verließ er, begleitet von Stroband und deſſen Meinungsgenoſſen, den Saal, wäh⸗ rend Rycke mit den ſeinigen noch zurückblieb und ſich mit ihnen zu feſtem Widerſtande gegen den Stadthauptmann ver⸗ band. Da ſie in der Mehrzahl waren, ſo war es ſo gut wie gewiß, daß dem Begehren des Guardians keine Folge ge⸗ geben werden würde.
Der oben im Rathsſaal ſtattgehabte Streit war indeſſen der unten auf dem Platze verſammelten Menge nicht ver⸗ ſchwiegen geblieben; etliche von den als Zeugen vorgeladenen Bürgern hatten den Wortwechſel mit angehört und unten davon und über die Urſache deſſelben geſprochen. Die Leute waren der feſten Meinung, daß jenes Schreiben etwas Gün⸗ ſtiges für Ottokar enthalte, und obwohl Viele unter ihnen waren, die geſtern den jungen Mann in den tiefſten Abgrund verdammt und den Stab über ihn gebrochen hatten, ſo war doch jetzt, beſonders nach ſeiner Verurtheilung, jedes Vor⸗ urtheil und alle Schadenfreude dem Mitleid und Bedauern
gewichen, und Alles wünſchte ſehnlich, daß irgend ein un⸗
vorhergeſehener Umſtand dem Verurtheilten zu Hülfe kommen möge. Als der Bürgermeiſter mit dem Stadthauptmann und einigen Rathsherren das Nathhaus verlaſſen wollte, erhob


