Aǽðꝓ́
— Oder vielleicht auch, weil Ihr den Haß des Pöbels fürchtet, der Euch treffen könnte, wenn Ihr Theil habt an der Verurtheilung ſeines Lieblings! höhnte Rycke, der nicht ahnte, worauf Strobands letzte Worte ſich bezogen. Darum möchtet Ihr auch den Rath zum Pfaffendiener machen!
— Wahret Eure giftige Zunge, Herr Rycke, oder, bei Gott, Ihr möchtet ihr Geifern bereuen! rief Stroband dro⸗ hend. Ich habe nicht Luſt, mich von Euch, gerade von Euch, ungeſtraft beſchimpfen zu laſſen! Seht Euch wohl vor, rathe ich Euch!
Rycke fuhr wüthend auf:
— Ihr ſeid es, der beſchimpft! Ihr beſchimpft den ge⸗ ſammten Rath durch Eure Feigheit!
Man ſahe es Stroband an, wie der Zorn in ihm kochte. Heydicke bat den Wyns, Rycke von weiteren Schmähungen zurückzuhalten, und er ſelber trat zu dem Stadthauptmann und richtete mit leiſer Stimme bittende Worte an ihn. Es gelang den Beiden, die Erhitzten für jetzt wenigſtens ſo weit zu beſchwichtigen, daß ſie ihren Wortwechſel nicht er⸗ neuerten.
Jetzt nahm Heydicke das Wort.
— Ich denke, Ihr Herren, wir ſetzen die Entſcheidung uͤber dieſe Sache aus, bis nach der Erfüllung einer Oblie⸗ genheit, die wohl etliche Stunden unſerer Zeit in Anſpruch nehmen dürfte. Inzwiſchen mag Jeder noch einmal mit ſich zu Rathe gehen, und können wir uns dann nicht gütlich einigen, ſo muß die Anſicht obſtegen, welcher die Meiſten unter uns zugethan ſind. Was nun die Obliegenheit an⸗ langt, welche wir unterdeß zu erfüllen haben, ſo wiſſet, daß ich während der Sitzung ein Schreiben erhielt von unſerm geiſtlichen Oberhirten, dem hochwürdigſten Biſchof zu Bran⸗ denburg, der ſeit heute Morgen in unſern Mauern weilt. Der Prälat ertheilt uns ſeinen geiſtlichen Segen und läßt den geſammten Rath beider Städte ſchleunigſt zu ſich ent⸗
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