Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Dies ſendet Euch der hochwürdige Guardian) mei⸗ nes Kloſters.

Was iſt damit fragte Heydicke.

Was Ihr damit thun ſollt, findet Ihr in der Auf⸗ ſchrift des Schreibens vermerkt! verſetzte der Mönch, und entfernte ſich, ohne weitere Fragen abzuwarten.

Heydicke las:

Dem vereinigten Rathe von Berlin und Kölln; doch erſt zu öffnen und zu leſen eine Stunde vor der Urtheils⸗ vollſtreckung an dem weiland Syndikus, ſo ſich bisher Otto⸗ kar Reinhold genannt hat.

Was mag das zu bedeuten haben? fragte der Bürgermeiſter den neben ihm ſitzenden Rathsherrn Thomas Wyns, indem er dieſem die ſeltſame Aufſchrift des Schrei⸗ bens zeigte. Sollen wir dem Verlangen des Guardians will⸗ fahren?

Es ſcheint den Verurtheilten zu betreffen, erwiederte Wyns. Aber in deſſen Sache läßt ſich nichts mehr ändern; daher dächte ich, wir ließen das Schreiben ganz unberück⸗ ſichtigt, zumal uns dadurch das ſeltſame Anſinnen geſtellt wird, am ſpäten Abend eine neue Sitzung abzuhalten. Doch bin ich der Meinung, daß Ihr die andern Herren gleichfalls befragt und ihre Anſicht hört.

Dies geſchah. Alſobald aber gaben ſich zwei verſchie⸗ dene Meinungen über den vorliegenden Fall unter den Raths⸗ herren kund. Während Etliche verlangten, daß man dem Wunſche des geiſtlichen Herrn willfahren ſolle, weil vielleicht Wichtiges und für den Verurtheilten Günſtiges in dem Schreiben enthalten ſei, und man es vermeiden müſſe, auch nur den leiſeſten Anſchein der Parteilichkeit bei dieſer Sache

*) Die Franziskaner oder graue Brüder nannten ihre Kloſter⸗ VorſteherGuardian; bei den Dominikanern oder ſchwarzen Brüdern führten ſie den TitelPrior.

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