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getroffen, führte in weitſchweifiger Rede jedes Wort an, was dieſer zu ihm geſprochen, und vergaß auch nicht, die Ent⸗ rüſtung des frommen Mannes ob ſolchen Frevels von Sei⸗ ten des Angeklagten in's gehörige Licht zu ſetzen.
Obgleich Ottokar nicht wußte, was er davon denken ſolle, ſo zweifelte er doch nicht im mindeſten an der Wahr⸗ heit der Ausſage des Amtsſchreibers, den er zwar als einen einfältigen, in ſeinem geiſtestödtenden Amte verkommenen Menſchen kannte, den er aber gerade um deswillen keiner ſo hinterliſtigen Verſtellung und keiner ſo boshaften Lüge für fähig hielt. Er ward dadurch immer feſter von der Ueber⸗ zeugung durchdrungen, daß eine höhere Macht dies Alles ſo gefügt habe, um ihn zu ſtrafen wegen ſeiner Vergehun⸗ gen; doch hatte er Stärke und Muth genug gefunden, ſich in das Unabwendbare, wie er meinte, zu ſchicken und im Stillen Gott zu danken, daß es ihm vergönnt ſei, die Strafe ſeiner Sünden ſchon hier abzubüßen, um geläutert dort oben eingehen zu können, wo er die verklärte Geliebte bereits ſei⸗ ner harrend wähnte!
Ueberhaupt trug die Erzählung des Amtsſchreibers, trotz ihrer Weitſchweifigkeit und trotz der Wichtigthueret des Er⸗ zählenden ſo deutlich und unverkennbar das Gepräge der Wahrheit und Gewiſſenhaftigkeit, daß bei Keinem der Zu⸗ hörenden der leiſeſte Verdacht einer Täuſchung aufſteigen konnte, außer bei Rycke; und dieſer wußte ja hinwiederum am beſten, daß das, was Jener von ſeinen Begegniſſen er⸗ zählte, die lauterſte Wahrheit ſei!
Während der Amtsſchreiber noch ſprach, trat ein Raths⸗ diener ungerufen in den Saal. Er hielt ein Schreiben in der Hand und trat auf Heydicke zu.
Der Bürgermeiſter runzelte drohend die Stirn ob der Frechheit, in feierlicher Gerichtsſitzung ungerufen zu erſchei⸗ nen, und wollte den Eindringling mit harten Worten ſo grobe Ungebühr verweiſen; doch der Gerichtsdiener zeigte


