Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Sohn nicht ermordet, das ſchwöre ich Euch zu Gott! Noch habt Ihr auch keine Gewißheit von ſeinem Tode, denn nir⸗ gend hat man ſeinen Leichnam gefunden; er kann eines Ta⸗ ges wiederkehren und dann wird er Euch auf offenem Markte des falſchen Zeugniſſes zeihen, deß ſeid gewiß! Ich behaupte dies, weil ich ſeine treue Liebe und Anhänglichkeit für mich kenne!

Ha, wenn dem ſo wäre wenn Du meinen Sohn wirklich nicht gemordet hätteſt! murmelte Oſtris vor ſich hin, auf den Ottokars zuverſichtliche Worte einigen Eindruck ge⸗ macht hatten.

Rycke, der keinen Blick von ihm abwandte, errieth ſeine Gedanken und ein geheimer Schrecken überfiel ihn. Augen⸗ blicklich wandte er ſich zu Heydicke.

Es iſt, dünkt mich, an der Zeit, daß man dem An⸗ geklagten nicht ferner geſtatte, die Zeugen, deren Gemüth ohnehin aufgeregt iſt, durch allerlei Vorſpiegelungen von Geſpenſtern und dergleichen einzuſchüchtern! ſagte er laut. Herr Reinhold hat aus eigenem Antriebe ausgeſagt, daß Jener dort den Dolchſtoß gegen ſeine Bruſt geführt, und kann dies Zeugniß nicht mehr widerrufen oder abändern, ohne ſich ſelber des Meineids ſchuldig zu machen; nach den in den beiden Städten geltenden Geſetzen aber wird der Meineidige dem Henker uüberliefert, ſeine Kinder werden ehr⸗ los aus unſern Mauern gewieſen und ſeine ganze Habe verfällt dem Gericht.

Eure Rede iſt eine Einſchüchterung, Herr Rycke! rief ihm Ottokar zu.

Nein, nein! Ich bezeuge es, der Angeklagte iſt ſchuldig! rief Oſiris zugleich. Und ſollte mein Sohn einſt kommen, ſo wird, ſo muß er

Er konnte nichts weiter herausbringen; die Kräfte des von ſeiner Wunde noch nicht geneſenen Korpers waren ſei⸗ ner Aufregung nicht gewachſen; der Amtsſchreiber mußte

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