Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Habt Ihr hierauf etwas zu entgegnen? fragte Hey⸗ dicke den Angeklagten.

Sprecht, Herr Reinhold, wandte ſich Ottokar ſtatt der Antwort zu Oſtris, ſprecht, ob Ihr nicht wenigſtens zu⸗ gebt, daß Ihr Euch in jener Nacht irren konntet; und dann fragt Euer Gewiſſen, ob ſich kein leiſer Zweifel in ihm regt, daß ich, der ich hier vor Euch ſtehe, auch wirklich und wahr⸗ haftig derſelbe bin, der Euch in jener Nacht den Dolch in die Bruſt geſtoßen hat! Bedenket wohl, daß Euer Irrthum meinen ſchmählichen Tod zur Folge hat und daß Ihr der⸗ maleinſt Rechenſchaft von Euren Worten zu geben habt! Wico, ich ſollte mich irren in Dir, dem Mörder mei⸗ nes Sohnes, dem Vergifter meines Glücks, für das ich mehr als mein Leben eingeſetzt habe? rief Oſiris mit haßfunkeln⸗ den Blicken. Meine Ausſage ſollte ich widerrufen, um Dich, verfluchter Baſtard, vor meiner eigenen Rache zu retten? Ha, und wenn der Geiſt meines Sohnes hier erſchiene und ſelber für Dich Zeugniß ablegte und für Dich bäte, ich wuͤrde dennoch rufen: Ja, Du biſt es, der mich ermorden wollte!

Frevle nicht, Menſch, denn was Dein Mund jetzt ſpricht, könnte geſchehen, wenn es zu ſpät für Deine Reue iſt! rief ihm Ottokar mit erhobener Stimme zu. Wenn auch nicht ſein Geiſt, doch er ſelber, der Lebende, könnte eines Tages vor Dich hintreten und Dir ſagen: Vater, der Ge⸗ richtete hat mich nicht gemordet, alſo hat er es auch an Dir nicht verſucht; er hat ſich mir ſtets fréundlich erwieſen, er hat mich ſeinen Bruder genannt, als ich noch ſein Die⸗ ner war; er hätte nimmer mich meines Erbtheils beraubt! Vater, Du haſt falſch Zeugniß gegen ihn abgelegt, und darum mußte er ſterben! Wenn Dein Sohn ſo zu Dir ſpricht und ſchaudernd Deine dargebotene Hand zurückweiſt, was wirſt Du ihm alsdann antworten? Ja, Herr Reinhold, ſo kann es eines Tages geſchehen, denn ich habe Curen