ſchlagenen Blicken auf einer Bank geſeſſen, erhob ſich. Nur unter großer Anſtrengung— denn ſeine Wunde war noch nicht vollkommen geheilt— vermochte er zu ſprechen, wobei ſeine düſtern Blicke ruhelos im Raume umherſchweiften. Matt und ausdruckslos waren ſeine Worte; nur als er von dem Sohne ſprach, den er Jahre lang vergebens geſucht, für den er das Schwerſte erduldet und freudig Mangel und Ent⸗ behrung getragen habe, um ihn, wenn er ihn wiederfände, glücklich machen zu können, da röthete ſich ſein bleiches An⸗ geſicht und ſeine Augen belebten ſich in höherem Glanze; alle Anweſenden ſchenkten ihm ihr Mitleid und ihre Theil⸗ nahme. Er gab vor, in fremden Kriegsheeren gedient und durch die ſtrengſte Einſchränkung von ſeinem Sold und der gemachten Beute ſo viel für den Sohn geſpart zu haben, um dieſem eine ſorgenfreie Zukunft zu gewähren. Dann erzählte er, daß er, als er ſeines Sohnes Aufenthalt erfahren, eilig hierhergekommen und gleich nach ſeiner Ankunft, obwohl es Mitternacht war, zu Ottokar gegangen ſei, weil ſein Vater⸗ herz ihm keine Ruhe gelaſſen, bevor er den Wiedergefundenen, der in Ottokars Dienſte ſtand, ſein Glück verkündet und ihn umarmt hätte; auch führte er an, wie gut er es mit dem Angeklagten im Sinne gehabt, dem er Peters Erbe über⸗ laſſen wollte, weil dieſer deſſen nicht bedürfe— und alle Zuhörer erſtaunten ob ſolcher Großmuth. Zuletzt nun be⸗ hauptete er, Ottokar auf der Gaſſe getroffen und ſich ihm entdeckt zu haben; vor ſeinem Wohnhauſe habe ihm der Angeklagte plötzlich einen Dolch in die Bruſt geſtoßen und ſei dann in's Haus entflohen; er würde ſicherlich um's Le⸗ ben gekommen ſein, wären nicht etliche Augenblicke ſpäter die Stadtſöldner herbeigeeilt, die ihn nothdurftig verbunden und dann zu den frommen Beguinen gebracht hätten. Schließ⸗ lich erbot er ſich, ſeine Ausſagen nochmals durch einen Eid zu erhärten.*
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