Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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daß es Ottokar gelingen möge, das drohende Verderben von ſich abzuwenden.

Doch verhielten ſich Alle ruhig und ſtill und unter⸗ drückten ſorgfältig alles laute Geſchrei, um die Verhand⸗ lungen oben im Gerichtsſaale nicht zu ſtören.

Dieſe hatten auch nach des Angeklagten Ankunft ſogleich begonnen. Der anweſende Geiſtliche eröffnete ſie mit einem inbrünſtigen Gebet, indem er Gott anrief, daß er das Herz des Schuldigen erweichen, die Zeugen vor falſchen Ausſagen bewahren, den Richtern aber Einſicht und Weisheit verleihen möge, damit die Wahrheit an den Tag komme und recht gerichtet werde. Sodann ward die Anklage vorgeleſen, in welcher die Verbrechen, die man Ottokar zur Laſt gelegt, in grellen Farben mit allen ihren Nebenumſtänden geſchildert und die Beweiſe für die Schuld des Angeklagten aufgeführt waren. Als dies geſchehen, richtete Heydicke als Stadtſchult⸗ heiß an Ottokar die Frage, ob er ſich jetzt als ſchuldig be⸗ kennen wolle.

Ottokar verneinte es.

So frage ich Euch ferner, ob Ihr den Mann, der ſich Reinhold nennt und als Kläger gegen Euch aufgetreten iſt, als den Bruder des von den Quitzow'ſchen getödteten Köllniſchen Bürgers Reinhold, Eures Wohlthäters, aner⸗ kennen mögt? fuhr Heydicke fort..

Deutlich erkenne ich auf dem Angeſicht des Fremden die Züge meines theuren Pflegvaters wieder, wenngleich ih⸗ nen der milde, freundliche Ausdruck fehlt, der ſich in meinem Gedächtniſſe ſehr wohl erhalten hat! entgegnete Ottokar.

So legt Euer Zeugniß ab vor dem verſammelten Gericht der beiden Städte, Herr Reinhold, wie Ihr es be⸗ reits vor Einem aus unſerer Mitte abgelegt und durch einen körperlichen Eid bekräftigt habt! wandte ſich Heydicke zu Oſiris.

Der Zigeunerhauptmann, der bis jetzt mit niederge⸗