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AANDO
genen in ihrer Mitte führend. Alles drängte ſich jetzt ſo nahe als möglich herzu, um dieſen zu ſehen.
Ottokars Angeſicht war blaß; aber ſein Gang und ſeine Haltung waren feſt und eine ruhige Faſſung, eine muthvolle Ergebung in ſein Schickſal ſprach unverkennbar aus ſeinen Zügen. Nichts deutete darauf hin, wie nahe er noch geſtern Abend der Verzweiflung an Gottes Vatergüte geweſen, als der letzte Abſchied von ſeinen Lieben und die Gewißheit deſ⸗ ſen, was ihm bevorſtehe, ihn erſt die ganze, erdrückende Schwere ſeines Geſchicks empfinden ließ, und keine Spur war an ihm zurückgeblieben von dem heißen, bitteren Kampfe ſei⸗ ner Seele gegen jene Verzweiflung, die ihn faſt überwältigt hätte, da er auch nicht frei war von der allgemeinen menſch⸗ lichen Schwachheit— man ſah es ihm vielmehr an, daß er ſich mit ſeinem Gotte wie mit der Welt abgefunden hatte. Daher ward auch keine einzige Schmähung, kein einziges Schimpfwort laut, als die Menge ihn erblickte; und obwohl faſt Alle von ſeiner Schuld überzeugt waren, ſo wünſchten ihm in dieſem Augenblicke doch nur Wenige ſein trauriges Loos. Man rief ſich jetzt Alles in's Gedächtniß zurück, was er je in ſeinem Leben Gutes gethan; man pries ſeinen ſo oft bewieſenen Wohlthätigkeitsſinn, ſeine Gerechtigkeitsliebe, ſeine muthvolle Verfechtung der Volksrechte, ſein unermüd⸗ liches, raſtloſes Wirken für die Verminderung der Noth un⸗
ter dem niederen Volke und ſein beſonnenes und kräftiges
Auftreten, wenn es galt, einer neuen Unterdrückung deſſelben zu begegnen, von welcher Seite ſie auch gekommen ſein möge — was Alles er erſt jüngſt bei der Geſchichte mit den Ka⸗ landen recht deutlich an den Tag gelegt hatte. Dazu kam noch, daß Etliche unter den Verſammelten es ſich angelegen ſein ließen, trotz aller uͤberzeugenden Beweiſe die Unſchuld des Angeklagten zu behaupten und ihn als ein Opfer ſeiner Anhänglichkeit für die Sache des Volkes gegen die Patrizier darzuſtellen; und immer allgemeiner ward der Wunſch laut,


