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den vom Volke mit tiefem Schweigen empfangen; wohin die hochedlen Herren blickten, gewahrten ſie nur Geſichter, aus denen ein düſterer Ernſt ſprach. Kein Ruf, weder der Zu⸗ neigung, noch des Haſſes, ließ ſich aus der Menge verneh⸗ men; aber ſobald ſie den Blicken der Verſammelten ent⸗ ſchwunden waren, erhob ſich wieder ein Gemurmel, das eben nicht durch Lobſprüche oder Kundgebungen der Liebe und Anhänglichkeit verurſacht ward.
Auch der ehrwürdige Propſt von St. Nikolai erſchien in ſeinem geiſtlichen Ornate, grüßte das ihm ehrfurchtsvoll Raum gebende Volk mit frommen Segensſprüchen und ſchritt die Stiegen zum Sitzungsſaal hinan, um dem Gerichte bei⸗ zuwohnen.
Zuletzt noch, als Alle, welche die Pflicht aufs Rath⸗ haus rief oder die als Zeugen geladen worden, dort ange⸗ langt waren, drängte ſich ein junger Kloſterbruder von den Franziskanern, der von ſeinen Obern gewöhnlich zum Boten⸗ dienſt gebraucht ward, durch die Verſammelten und ſchritt keck die Stiegen der Freitreppe hinan. Zwar ward er am Eingange von dem dort ſtehenden Stadtſöldner angehalten; doch nachdem er mit dem herbeigekommenen Stadthauptmann etliche Worte geſprochen, ließ man ihn ungehindert hinauf⸗ gehen nach dem Saale, in welchem das Gericht ſtattfand. Was der geringe Mönch dort zu thun haben könne, dar⸗ über zerbrachen ſich die unten Stehenden jetzt den Kopf, aber nur ſo lange, bis ein neuer Umſtand ihre Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm.
Man ſah nämlich, wie der Rathsdiener von Oben her⸗ unterkam, in die Wachtſtube trat, nach kurzer Zeit in Be⸗ gleitung des Kerkermeiſters und zweier Stadtſöldner wieder heraustrat und ſich mit dieſen in das Innere des Gebäu⸗ des verfügte, woraus man ſchloß, daß man den Angeklagten jetzt ſeinen Richtern vorführen werde. So war dem auch. Nach kurzer Zeit kehrten die Genannten zurück, den Gefan⸗


