Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Vorgänger durch den einmüthigen Willen der geſammten Bürgerſchaft ſein Amt erhalten und in demſelben trotz der kurzen Zeit Manches zum Vortheile der Bürger gegen die Patrizier durchgeſetzt und jederzeit kräftig für die Rechte des Volkes in die Schranken getreten war, während der neue Syndikus ſich bisher nur als ein williges Werkzeug der herrſchenden Partei erwieſen hatte.

Ihm folgte der Amtsſchreiber, mit einem mächtigen Stoß Akten unter dem Arme; er ſchritt mit gar wichtiger Miene einher, denn noch nie war ihm in einer Sache eine ſo bedeutende Rolle ertheilt worden, wie ihm diesmal durch die Sendung nach Prag geſchehen, und er rechnete ſich's zu großem Verdienſte an, daß er durch die kluge und gewiſ⸗ ſenhafte Erfüllung ſeines Auftrages den gegenwärtigen Pro⸗ zeß zu Ende gefördert hatte.

Herr Stroband war von den Mitgliedern des Rathes der Erſte der erſchien. Würdevoll, doch freundlich grüßend, ſchritt er durch die Verſammelten, die ihm ehrerbietig Platz machten. Er war in der halb kriegeriſchen Tracht, in der man ihn gewöhnlich ſah, wenn er ſeinen Verrichtungen als Stadthauptmann oblag; hieraus ſowohl, als auch aus dem Umſtande, daß er nicht die Stiegen zum großen Sitzungs⸗ ſaal hinaufſchritt, ſondern in die neben dem unteren Korri⸗ dor gelegene Wachtſtube eintrat, wie man durch die offen ſtehenden Thüren des Haupteinganges gewahren konnte, er⸗ ſah man, daß das Gerücht, welches geſagt hatte, daß Stro⸗ band nicht Theil nehmen wolle an Ottokars Verurtheilung, ſehr wohl gegründet geweſen, und vielerlei Vermuthungen wurden ausgeſprochen über die Urſache ſolchen Benehmens von Seiten des Stadthauptmanns, der ſelbſt von ſeinen Geg⸗ nern als ein biederer und gerechter Mann geachtet ward.

Allgemach langten nun auch die Mitglieder des Rathes, angethan mit den langen, ſchwarzen Talaren, die ihre rich⸗ terliche Würde bezeichneten, bei dem Rathhauſe an und wur⸗