nicht irgend eine Fährte ausgewittert hat, die ihn auf den rechten Weg führen könnte! So um nichts und wider nichts hat er das Mädel— die Schweſter eines dem Henker Ver⸗ fallenen, an der ewig ein Makel haften bleibt— wahrlich nicht als ſein eigen Kind an- und aufgenommen! Aber ich denke, ihm gewachſen zu ſein; morgen Abend ſchon iſt es für ihn zu ſpät, ſeiner Pflegebefohlenen Rechte geltend zu machen. Die Freude, dem Rycke dieſen Streich zu ſpielen, ſoll er nicht hahen!
Sollte der Ottokar in der That unſchuldig ſein? begann er nach einer Weile wieder. Doch immerhin— was küm⸗ mert's mich? Wenn er nur morgen Abend ſtirbt! Habe ich ihn doch nicht angeklagt; auch ſitze ich nicht allein über ihn zu Gericht und verurtheile ihn auch nicht allein; ja, ich kann ihn immerhin für ſchuldlos erklären, ohne daß da⸗ durch ſein Geſchick auch nur im Geringſten gemildert wird! Mich kann daher in Bezug auf ihn kein Vorwurf treffen! Wenn nur der Hauptmann morgen bei ſeiner Ausſage ver⸗ harrt! Doch denke ich ob ſeiner keine Beſorgniß hegen zu brauchen, denn er glaubt ja ganz feſt, daß der Ottokar ſei⸗ nen Sohn über die Seite gebracht hat, und hat geſchworen, dieſen zu rächen. Auch hat er ſeine Ausſage ſchon beſchwo⸗ ren und kann ſie um deswillen nicht mehr widerrufen!
Pignetti hat mir verheißen, daß nach Ottokars Beſei⸗ tigung ſich mir neue Wege zeigen würden, auf denen ich ſchnell und ſicher an mein hohes Ziel gelangen könnte! Ach, ich hatte all die glänzenden Pläne aufgegeben, da ich in der letzten Zeit alle Kräfte aufbieten mußte, nur um mich mei⸗ ner Haut zu wehren; doch da ſich das Alles nun ſo glück⸗ lich gemacht, werde ich um ſo eifriger mich wieder jenen Plänen hingeben, die auszuführen ja meine Beſtimmung iſt! Sicherlich iſt Pignetti ein frommer und von Gott mit hohen Gaben ausgerüſteter Mann, da er ja die Macht der Engel beſitzt; aber warum muß ich ſelber Alles thun und voll⸗


