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— Ja, Herr Rycke, verſtanden habe ich wohl, wie im⸗ mer! entgegnete der Handelsmann mit bedenklichem Geſicht, indem er das empfangene Pergament zu ſich ſteckte. Doch ſagt, Geſtrenger, der Ihr die Geſetze kennt, die weltlichen, wie auch die geiſtlichen— iſt auf den Kirchenraub nicht das Rad geſetzt und vorher Zwicken mit glühenden Zangen?
— Was fällt Dir ein? verſetzte Rycke. Ein Blatt des Kirchenbuches iſt kein geheiligtes Geräth und ſeine Einwen⸗ dung daher nimmer Kirchenraub zu nennen. Auch wird Nie⸗ mand Deine That erfahren, wenn Du's nur einigermaßen geſchickt anzufangen weißt! In wenigen Stunden haſt Du ein Stück Geld verdient, für das Viele Deines Standes mondenlang ſich's müſſen ſauer werden laſſen.
— Ja, wenn das ſchöne Geld nicht wäre! ſeufzte der Handelsmann. Doch ſagt, geſtrenger Herr, wie hoch beläuft ſich der Lohn, den Ihr für dieſen ſchweren Dienſt beſtimmt?
Rycke wollte eben antworten, als der Handelsmann ihm plötzlich durch ein Zeichen zu verſtehen gab, daß er ſchweigen ſolle. Faſt in demſelben Augenblick ergriff er mit der linken Hand den Armleuchter, der auf einem Tiſche ſtand, zog mit der rechten einen blitzenden Dolch aus ſeinen Gürtel, ſprang gegen die Thür zu, die er zu gleicher Zeit durch einen kräf⸗ tigen Fußſtoß ſprengte, und eilte auf den Korridor hinaus. Nach einigen Minuten, bevor ſich Rycke von ſeiner Beſtüͤr⸗ zung ob ſo ſeltſamen Benehmens hatte erholen können, kehrte oder wankte vielmehr Jener in das Gemach zurück; ſein Ge⸗ ſicht war leichenbleich und ſein Haar ſträubte ſich— ſo ſtellte er ein treues Bild des Entſetzens dar.
— Was iſt Dir begegnet? fragte Rycke, als Jener er⸗ ſchöpft auf einen Seſſel niederſank. Dein Ausſehen erſchreckt mich! Rede!
— Sagt mir, Herr Rycke, erwiederte der Handelsmann mit einer Stimme, welcher die Furcht allen Klang benommen, ſagt mir: iſt es wahr, was Ihr mir jüngſt erzählt— iſt


