Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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aus nach Rycksdorf zu dem dortigen Pfarrer und dieſen bit⸗ ten, daß er Dir für Geld und gute Worte die Einſicht in das Kirchenbuch ſeines Sprengels verſtatte! damit Du Dir über wichtige Familienſachen Auskunft verſchaffen kannſt. Höchſt wahrſcheinlich wird der geiſtliche Herr mit Dir nach ſeiner Kirche gehen, oder den Sakriſtan Dich begleiten laſſen; ſollte er aber Jemand auftragen, das Buch herbeizuholen, ſo mußt Du höflich darum bitten, daß man um Deinetwillen ſich nicht mehr bemühe, als eben nöthig iſt, und ohne Wei⸗ teres mit zur Sakriſtei gehen. Haſt Du das Buch nun vor Dir, ſo ſuchſt Du die Seite auf, welche Du auf dieſem Per⸗ gament verzeichnet findeſt er gab bei dieſen Worten dem Handelsmann das Pergament, welches der Mönch für Otto⸗ kar bei ſeiner Abreiſe zurückgelaſſen und das Rycke aus dem Gemach des jungen Mannes bei der gerichtlichen Durch⸗ ſuchung deſſelben heimlich entwendet hatte und iſt dies geſchehen, ſo fühlſt Du Dich plötzlich ſehr unwohl und bitteſt den, der bei Dir iſt, daß er Dir ein Glas Waſſer, Wein, oder was Du ſonſt willſt, bringe, wofür Du ihm, wenn's nicht etwa der Pfarrer ſelber iſt, ein Trinkgeld verſprichſt. Man wird nicht anſtehen, Dein Begehr zu erfüllen, und während Du Dich in der Sakriſtei allein ſiehſt, trennſt Du ſchnell das Blatt aus dem Buche und verbirgſt es bei Dir, daß man es nicht gewahre. Dann kannſt Du zum Schein noch eine Weile blättern und endlich thun, als hätteſt Du das Geſuchte gefunden. Das ausgetrennte Blatt aber bringſt Du mir alsbald, und um ein gut Stück Geldes biſt Du wieder reicher. Du ſiehſt, ich ſinne Alles wohl für Dich aus, daß Du es leicht haſt und nur meiner Anweiſung zu folgen brauchſt, um des Gelingens gewiß zu ſein. Sollten wider Erwarten andere Umſtände ſtörend dazwiſchen treten, dann freilich gilt's, Deine eigene Schlauheit an den Tag zu legen. Nun, verſtanden wirſt Du mich wohl haben alſo morgen mit dem Fruͤheſten.