Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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245.

lenen heimliche Entfernung gewahrte; denn eine nähere Un⸗ terſuchung ließ keinen Zweifel übrig, daß Andreas nicht nur das Gemach, ſondern auch das Haus verlaſſen habe.

Auf Boytins Fragen erzählte der Diener, daß er dem Kranken, wie gewöhnlich, um die ſechste Stunde den Abend⸗ Imbiß gebracht habe. Er fand dieſen auf dem Rande ſeines Bettes ſitzend, wie Andreas immer zu thun pflege, wenn er ſeineguten Stunden habe. Weniger wortkarg, als ſonſt, habe der Kranke gefragt, warum er ſeinen jungen Herrn ſo lange nicht geſehen; und da er ſo vernünftig ſich geberdete, habe er, der Diener, kein Bedenken getragen, zu ſagen, was er von Herrn Reinhold wiſſe, zumal da man ihm geboten, des Kranken Wünſche in allen Stücken zu erfüllen. Hierauf ſei Andreas nachdenkend geworden, habe Mancherlei vor ſich hin geſprochen, was dem Diener unverſtändlich geblieben, und habe auch hin und wieder ſogar gelacht; was Alles vom Diener für ein gutes Zeichen angeſehen worden. Nach⸗ dem dieſer nun Alles für die Nacht beſorgt, habe er des Kranken Gemach verlaſſen und, da Andreas nicht weiter nach ihm verlangt, daſſelbe auch nicht wieder betreten, bis ihn ſein Herr eben gerufen: auch habe er nichts von des Kranken Entfernung wahrgenommen.

Kopfſchüttelnd ſann Boytin darüber nach, was dieſer Vorgang wohl bedeuten könne. Bald glaubte er des Räth⸗ ſels Löſung gefunden zu haben.

Gehe hinab in den Stall und ſattle zwei Roſſe, eins für mich, das andere für Dich, und mache Dich zu einem Ritt bereit! befahl er dem Diener. Richte Alles ſo ſtill wie nur möglich aus und führe die Thiere durch die kleine Pforte in den Garten, damit meine Hausfrau meine Entfernung nicht gewahre; ſie würde ſonſt ſich ängſtigen.

Während der Diener eilte, den Befehl zu vollziehen, ging Boytin nach ſeinem Gemach zurück. Er gürtete hier ſein Schwert um, bekleidete ſich mit Mantel und Barett und