Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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Fuhrwerk zu folgen, und in ſchnellem Trabe ging's jetzt auf der ſächſiſchen Landſtraße dahin, welche durch Britz führte.

Obgleich es bereits zehn Uhr und darüber war, als ſie bei Martha's Hütte vorüberkamen, die unfern des We⸗ ges ſtand, ſo drang dennoch ein heller Lichtſchein durch die Fugen einer hölzernen Fenſterlade derſelben, was eine ziem⸗ lich ungewöhnliche Erſcheinung war, da die Kranke ſammt ihrer Wärterin ſonſt um dieſe Zeit ſchon zu ſchlafen und während der Nacht kein Licht zu brennen pflegte, zumal in der Kammer, aus der, wie Boytin gewahrte, jener helle Schein drang. Schon wollte er dem Knechte, der das Fuhr⸗ werk lenkte, anzuhalten gebieten; aber plötzlich ſchien er wie⸗ der anderen Sinnes zu werden.

Gewiß iſt nur die Wärterin noch wach bei einer Arbeit, dachte er bei ſich. Was ſollte anders jenes Licht in der Kammer bedeuten? Und Lisbeth kann ich ja nicht mit den beiden Knechten allein im Fuhrwerk zurücklaſſen zu dieſer Stunde; ich würde alſo nicht einmal ein Wörtlein reden können, denn ſie darf ja nicht ahnen, wie ſie eigent⸗ lich mit Bernhard d'ran iſt, bis der Kurfürſt für ſie und ihn die Sache mit dem päpſtlichen Stuhle in Richtigkeit ge⸗ bracht hat! Hätte eigentlich den Bernhard gern bei der morgenden Geſchichte zugegen gehabt; ſein plötzliches Er⸗ ſcheinen und Auftreten auf unſerer Seite würde gewaltigen Eindruck gemacht haben. Allein, da er meint, für Ottokar noch etwas thun zu können, ſo iſt's ſo beſſer; wird er uns ſpäter doch von großem Nutzen ſein!

Auch Lisbeth hatte den Lichtſchein bemerkt; zum erſten Male unterbrach ſie das traurige Schweigen, welches ſie ſeit der Abfahrt von der Herberge beobachtet hatte.

Wie oft, ſo ſprach ſie leiſe, wie oft beklagte ich die Arme druüͤben in der Hütte, daß ſie lebendig todt war für die ſchöne Welt, in der ſie lebte, ohne ihre Freuden empfin⸗ den zu können; ach, ich ahnte nie, daß eine Zeit kommen

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