Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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ſein Glück, ſo viel Du immer kannſt; es iſt der Liebe hei⸗ ligſte Pflicht, für das Glück deſſen, dem ſie geweiht, kein Opfer, auch das ſchwerſte nicht, zu ſcheuen. Haſt Du ihn je geliebt, ſo erfülle dieſe Pflicht!

Je länger ich mich dieſem Gedanken überließ, je linder ward der Schmerz in meiner Bruſt, und endlich fand ich ſüße Wonne in der Vorſtellung, daß wenigſtens für Otto⸗ kar auf Erden noch ein Glück zu hoffen ſei; mein heißer Wunſch war nun, beitragen zu können, daß ihm dieſes werde. Dann aber galt es auch, zu verhindern, daß ſpätere Zwei⸗ fel oder Vorwürfe ihm ſein Glück vergällten. Ich ſann und ſann, bis endlich ich das Rechte gefunden zu haben meinte. Vielleicht wird dann ſein finſterer Geiſt gebannt ſo dachte ich dabei und Dein Entſagungsmuth trägt die Frucht, daß Ottokar Dir wieder Schützer ſein wird. Mußt Du Dein Leben dann auch hier vertrauern denn nimmer wird Pignetti Dir die Freiheit geben ſo kann er ferner Dich doch nicht mehr als ſein willenloſes Werkzeug peinigen.

Unter banger Furcht, meine Abſicht von dem Welſchen durchſchaut und dann mich an der Ausführung derſelben verhindert zu ſehen, gab ich ihm zitternd meine Bitte kund. Solches ſchien er nicht erwartet zu haben, denn deutlich merkte ich ihm ſeine Ueberraſchung an. Nach langem Sin⸗ nen aber ward mir die erwünſchte Gewährung; er brachte mir ein Stück Linnen aus meinem leeren Sarge, dazu Schreib⸗ geräth, und mit rother Flüſſigkeit mußte ich auf das Linnen niederſchreiben, was er mir vorſagte. Mit dem Inhalte des Schreibens aber war ich vollkommen einverſtanden, denn Ottokar ward dadurch in ſeinem Gewiſſen vor dem Vor⸗ wurfe der Untreue gegen mich bewahrt. Dann forderte Pignetti dieſen Ring von mir, nahm das beſchriebene Lin⸗ nen und ging.

Am andern Morgen es war noch Nacht erſchien er wieder. Nachdem er mich durch ſeine geheime Macht in