Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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den Körper erhielt mein Peiniger durch einen Saft, den er bei nächtlicher Weile mir einflößte.

Als des engen Sarges Dunkel mich umgab, glaubte ich der Erdenleiden nun enthoben zu werden doch es geſchah dies nicht; mein Peiniger hatte alles wohlberechnet zu entfernen oder zu verhüten gewußt, was mir das Ende meiner Leiden hätte bringen können.

Man ſenkte mich in die Gruft. Den Schmerzensſchrei, den Ottokar hören ließ, ihn rief meine Seele in Verzweif⸗ lung nach. Mitleidige Bewußtloſigkeit umhüllte meine Sinne.

Als ich erwachte, hatte ich auch die Herrſchaft über die Glieder meines Körpers wiedererlangt; ich fand mich in die⸗ ſem Gemach, auf dieſem Lager. Du kauerteſt, wie immer, am Fußboden; Pignetti ſtand vor mir.

Er gebot mir, wie er ſchon im Hauſe meiner Pflege⸗ eltern gethan, geiſtig zu ſehen und ihm Antwort zu geben. Wieder rief ich meines Ottokars Schutz an, doch vergebens; der finſtere Geiſt war noch nicht von dem Theuren gewichen; unter unſäglichen Qualen mußte ich meinem Peiniger zu Willen ſein.

Mir wurde alles, deſſen ich bedurfte; auch alle Erleich⸗ terung, die mir irgend meine Gefangenſchaft weniger ſchreck⸗ lich machen konnte, ward mir von ihm gewährt. Gewiß gebot ihm ſolches nur die Klugheit, denn nimmer konnte ich durch Bitten ihn erweichen, mich lieber zu tödten, als fer⸗ ner zu peinigen. Doch das alles weißt Du ja, unterbrach Klara ihre Erzählung, ich kann daher wohl Vieles über⸗ gehen.

Du ſollſt von Dir erzählen, alles, was Du weißt, denn ſelten iſt es der armen Brigitta vergönnt, menſchliche Reden zu verſtehen, gab die aufmerkſam Zuhörende Klara zur Antwort..

Neue Qualen machte mir die Gewißheit, als Werk⸗ zeug finſterer Pläne dienen zu müſſen, begann Klara wie⸗