Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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ſprochen, der doch nicht hier war. Brigitta iſt krank, ſehr krank, hier ſitzt es, hier! fuhr ſie in rührendem Tone fort, indem ſie ihre Hände auf ihre Bruſt legte; aber wenn Du von ſeiner Liebe und Treue ſprichſt, dann iſt mir wohl; ſo wohl, als ich mich fühlte, da ich noch weinte! Ach, wie lange iſt das aber ſchon her! Doch ſprich nicht von den Leiden der

armen Brigitta!

So höre denn, begann Klara wieder. Wo ich war, was ich auch dachte, immer ſtand mein Ottokar vor meinem inneren Auge und ſelbſt im Gebete ſah ich ihn; nicht mir galt mein Beten, für ihn ſtiegen meine Bitten wie meine Dank⸗ ſagungen gen Himmel empor. Und konnte man es denn ſo große Sünde nennen, daß es alſo war? Verdiente er es doch, wie keiner, daß meine Seele ſich in ihn ergoß und ihm mein Herz ſich ganz zu eigen gab, denn keiner iſt ihm gleich an Edelſinn und Biederkeit von allen Männen, die ich je ge⸗ ſehen! Ihn alſo liebte ich mehr, als alles auf der Welt, und darum eben war ich ſo unausſprechlich glücklich. Dem gro⸗ ßen Glück, ach! folgte bitterer Schmerz!

Ottokar warb bei meinem Pflegevater um meine Hand. Der nahm den Eidam mit offenen Armen auf, wie auch meine theure Mutter; anders aber dachte mein Vormund, Herr Berend Rycke, zur Zeit erwählter Bürgermeiſter beider

Städte

Auch von dem ſollſt Du nicht ſprechen! unterbrach

Brigitta die Jungf

von mir!

rau mit Heftigkeit. Weder von ihm, noch

Ich habe auch nicht mehr von ihm zu ſagen, als daß er beſtändiger Widerſacher meines Pflegevaters, wie auch meines Geliebten war, fuhr Klara fort; und daher mochte es kommen, daß er als Vormund uns ſeine Einwilligung zu unſerem Ehebund vorenthielt. Doch das war eben nicht ein großes Unglück, denn alſobald erklärte Ottokar, daß er gern

warten wuͤrde, bis ich meine Volljährigkeit erreicht und ſo⸗