Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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Andere. Ich weiß nur, daß ich todt und begraben bin und Du biſt es auch!

Die Jungfrau ſchauderte.

Komm, komm, Du Arme, laß uns mitſammen be⸗ ten! ſprach ſie, indem ſie an jene herantrat und ſie zum Betaltare zu führen verſuchte.

Nein, nicht dahin, das verſtehe ich nicht! verſetzte jene. Laß mich bei Dir ſitzen und dann rede mir von dem, welchen Du liebſt und der Dich wieder liebt; das thut mir ſo wohl, darum höre ich's ſo gern!

Du wolleeſt aber, daß ich bete! ſprach die Jung⸗ frau ſanft.

Ich weiß nicht, wie man's nennt, entgegnete die Andere ungeduldig; aber ich will, daß Du thuſt, wie ich ſagte.

Wenn es Dir denn Freude macht, ſo will ich Dir gern von dem erzählen, den ich ſo ſehr, ſo heiß, ſo innig liebe und der mir ſeine Liebe und Treue ſo heilig bewahrt, nahm die Jungfrau das Wort. Freue ich mich doch auch, dieſes Verlangen von Dir zu hören, und der Aufenthalt an dieſem Orte wird mir fortan weniger ſchrecklich ſein, da ich ein theilnehmend Herz gefunden, dem ich mein Hoffen wie mein Leiden ausſprechen kann. O Gott, wie danke ich Dir! So komm denn, Du Gute; ich werde thun, wie Du ſagteſt!

Die ältere Gefährtin erhob ſich und folgte der Jung⸗ frau. Statt ſich aber, wie dieſe es wollte, zu ihr auf das Ruhebett zu ſetzen, ließ ſie ſich zu deren Füßen auf dem Fußboden nieder und beantwortete die wiederholte Bitte ih⸗ rer jüngeren Genoſſin, neben ihr Platz zu nehmen, nur durch die ungeſtüme Aufforderung, ungeſäumt ihrem Verlangen nachzukommen.

Vor wenig Wochen noch ſo begann die Jung frau prieſen mich Viele als die glücklichſte meines Ge⸗ ſchlechts, und wahrlich nicht Unrecht hatten die, ſo dies