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Thür her. Bei dieſem Tone, der die ältere Genoſſin voll⸗ ſtändig gleichgültig ließ, fuhr das junge Mädchen erzitternd zuſammen und ein kaltes Schauern durchfröſtelte ihren zar⸗ ten Körper.
— O Gott, was hat er wieder vor? hauchte ſie leiſe vor ſich hin.
Noch einmal, nur etwas gedämpfter als vorhin, ließ ſich jenes Geräuſch vernehmen; dann blieb alles ſtill. In beängſtigender Erwartung blickte das junge Mädchen auf die eiſerne Thür.
— Wird dieſe Qual, dieſe Pein je enden? ſeufzte die Jungfrau nach einer Weile. Werde ich bald genug gebüßt haben für die Fehler meines kurzen Erdenlebens? Wird mir endlich die Stunde der Erlöſung ſchlagen oder ſoll ich verdammt ſein auf ewig, wie jene Unglückliche dort? Doch laß ſie fahren, dieſe Zweifel, mein banges Herz, und ſei nicht ferner ungerecht gegen den Allerbarmer über den Ster⸗ nen, deſſen allſehender Blick ja auch die dicken Mauern die⸗ ſes Kerkers durchdringt! Sandte er Dir doch ſchon manch milden Sonnenſtrahl der Freude in die öde Nacht deiner Trauer, um dich aufzurichten, wenn der Schmerz dich nie⸗ derwarf; verlieh er dir, dem ſchwachen Mädchen, doch die Kraft, der Macht des Gewaltigen, der der Unterwelt erſtie⸗ gen, ſiegreich zu widerſtehen und ſeinem finſteren Dienſte dich zu entreißen; er wird dir auch ferner mit ſeiner Gnade nahe ſein und dich zum Licht des Lebens zurückführen, wenn einſt die Prüfungsſtunden vorüber ſind!
— Warum beteſt Du nicht weiter? fragte die Genoſſin, ihr Geſicht der Jungfrau zuwendend, als dieſe ſchwieg. Ich höre Dich ſo gern!
— So vermagſt Du alſo den Sinn meiner Worte zu faſſen? erwiederte die Jungfrau erfreut. Nicht immer alſo hält des Wahnes Nacht Dich umfangen?
— Wahn und Nacht— was iſt das? entgegnete die


