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Ahnung hatten. Die Beiden waren Pignetti und der da⸗ malige Prior dieſes Kloſters. Letzterer, ein Greis, ſchüttelte gar manchmal ſein graues Haupt ob des welſchen Doktors geheimnißvollen Treibens, das er nicht begriff; doch ein aus⸗ drückliches, ſchriftliches Gebot des heiligen und unfehlbaren Vaters zu Rom, Eugen des Vierten, hielt ſeine Zunge ge⸗ feſſelt.
Vier ſchwarze Wände umſchließen ein Gemach, das we⸗ der ſehr geräumig, noch ſehr eng zu nennen iſt. Auf einem Kamine, deſſen Rauchfang nach unten mit ſtarken eiſernen Stäben verſehen iſt, glimmt ein ſchwaches Kohlenfeuer, bei deſſen Scheine man vergeblich nach einem Fenſter oder einer anderen Oeffnung in den Wänden ſucht; nur in der dem Kamine gegenüber befindlichen Wand erblickt man eine eiſerne Thür, die aber verſchloſſen iſt und durch die unmöglich der friſche Luftzug dringen kann, den man in dieſem Raum ge⸗ wahr wird und der die Flamme auf dem Kamine unruhig flackern läßt. Erſt wenn das Auge ſich mehr an das hier herrſchende Halbdunkel gewöhnt hat, bemerkt man in der Decke eine Oeffnung, welche der Aufgang zu einem ſehr engen, unbedeckten Thurme zu ſein ſcheint, denn man erkennt unmittelbar über der Oeffnung die Sproſſen einer ſich im Dunkel verlierenden Leiter, während hoch oben über dem ſchwarzen Gemäuer ein engbegrenztes Stück des klaren Nacht⸗ himmels ſichtbar iſt; eine am Rande der untern Ausmün⸗ dung in eiſernen Angeln hängende, mit Glasſcheiben ver⸗ ſehene Klappe zeigt an, daß die Oeffnung verſchloſſen wer⸗ den kann.
Beim erſten Anblick mußte man das Gemach für einen jener Kerker des Mittelalters halten, deren Thüren ſich hin⸗ ter Vielen ſchloſſen, um ſich ihnen nie wieder zu öffnen. Doch wenn es auch urſprünglich zu ähnlichen Zwecken be⸗ ſtimmt geweſen ſein mochte, ſo war dies doch augenſchein⸗ lich jetzt nicht der Fall. Außer dem Kohlenfeuer auf dem


