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Die im Gemach befindliche Uhr verkündete mit lautem Klange die neunte Stunde ſeit Mittag. Da erhob ſich Pignetti und ſchlug das vor ihm liegende Buch zu.
— Nur noch drei Stunden! murmelte er. Und noch bin ich keinen Schritt weiter, als ich vor einer Woche war! Soll ich ihn denn auch heute wieder abweiſen? Nein, nein, um keinen Preis darf dies geſchehen!
Seit acht Tagen ſchon ſuche ich des Räthſels Löſung zu finden— doch vergebens iſt all mein Mühen. Umſonſt iſt's, daß ich die Werke der großen Meiſter durchforſche— umſonſt, daß ich Geiſt und Körper aufreibe durch faſt un⸗ unterbrochenes Sinnen und Grübeln— die Meiſter des Wiſſens ſchweigen, und mein Geiſt irrt rathlos im Labyrinth ſich tauſendfach kreuzender Möglichkeiten, Vermuthungen und Zweifel, in einem Labyrinth, verworrener und dunkler noch, als jenes auf der Inſel des Mittelmeeres; aber ſeine Ariadne, die Wiſſenſchaft, hat treulos den Faden zerriſſen, der ihn wieder an das Licht des Tages führen könnte, und nirgend zeigt ſich ihm ein Ausweg. Und dennoch muß binnen drei Stunden ein ſolcher gefunden ſein— er muß gefunden werden!
In der mit Büchern und Geräthſchaften angefüllten Zelle ward's ſeiner Unruhe zu eng; er begab ſich in das anſtoßende leere Gemach, welches nur vom matten Licht des Halbmondes erleuchtet ward, der vom klaren Nachthimmel hernieder durch das vergitterte Fenſter blickte. Hier hatte, wie ſein Körper, auch ſein Geiſt freieren Raum; wie jener, dem die Unruhe ſich mitgetheilt, durch keinen andern Gegen⸗ ſtand, als die Wände des Gemachs in ſeinem Bedürfniß nach Bewegung behindert ward, ſo zog auch dieſen in der halbdunklen, leeren Zelle nichts ab von dem Gegenſtande ſeines Denkens. Die hier herrſchende kühlere Luft that ihm in ſeinem erregten Zuſtande wohl.
Schon nahte das Trauerſpiel— für mich ein Luſtſpiel
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