Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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zum heiligen Vater zu ſenden. Der Weg dahin aber iſt weit, und meine Kräfte ſind nicht mehr die eines jungen Mannes. Wenn ich alſo aufrichtig ſprechen ſoll, ſo wuͤnſchte ich wohl, daß man einen Anderen, Würdigeren zu jener hohen Ehre auserſehen möge. Der liebe Gott aber wird's ſchon machen, wie's am Beſten iſt. Nun aber wollte ich Euch, Herr Reinhold, nochmals meine Ermahnungen von geſtern einſchärfen; thut danach und es wird Euch nicht zum Schaden gereichen. Vor Allem aber bewahrt dieſe verſiegelte Schrift, die ich Euch hiermit übergebe; Ihr mögt ſie jedoch erbrechen und leſen, wenn Herrn Boytins Abſicht, Euch und Eure Schweſter als leibliche Kinder an- und aufzunehmen, an irgend einem Hinderniß ſcheitern ſollte was doch im⸗ merhin möglich iſt und dann Gebrauch von ihr machen, wie Ihr's für gut befindet; imgleichen mögt Ihr daſſelbe thun, ſobald Ihr ſichere Kunde von meinem Tode erhalten. Treten nun beide Fälle nicht ein, ſo gebt Ihr mir die Schrift bei meiner Rückkehr unerbrochen zurück. Verſprecht Ihr mir dies?

Ottokar gelobte ihm mit Mund und Hand, ſeinem Wil⸗ len unverbrüchlich nachzukommen.

So ſcheide ich beruhigter von Euch, fuhr der Mönch fort; was nun auch geſchehen mag, ich habe meine Pflicht erfüllt! Fragt mich aber nicht, Kinder, was meine Geheim⸗ nißkrämerei, die Euch wohl wundern mag, zu bedeuten habe; ich muß nun einmal ſo und nicht anders thun. Und wenn Ihr einſt die Schrift leſen ſolltet, ſo bedenket, daß wir all zumal Sunder und in Sünde geboren ſind, und richtet nicht zu ſtreng!

Fern ſei es von uns, irgendwie Mißtrauen oder Zweifel an Euch zu hegen, ehrwürdiger Herr, ſprach Ot⸗ tokar. Seid gewiß, daß unſere beſten Wünſche Euch auf Eurem weiten Wege geleiten, und daß wir Eurer ſtets in