nicht hören, denn ſie verließen den Ort, den ſie wahrſchein⸗ lich erſt eingenommen hatten, nachdem er ſelber ſchon in der Kapelle ſich befand. Er erhob ſich jetzt und trat in den Bogengang, doch gewahrte er ſie nicht mehr.
— Was geht Dich denn auch das Vorhaben der bei⸗ den Leute an, ſprach er für ſich. Betraf ihr Geſpräch auch ſeltſame und geheimnißvolle Dinge, ſo war's doch eigentlich nichts Böſes, zu dem ſie ſich verabredeten. Du aber haſt keine Zeit zu verlieren. Hab's mir aber doch gleich ge⸗ dacht, daß der Menſch, den der Rycke geſandt, kein gewöhn⸗ licher Diener ſei!
Mit dieſen Worten verließ er die Kirche und ging nach ſeinem Kloſter in der Kloſterſtraße.
Nachdem er ſich hier kurze Zeit in ſeiner Zelle aufge⸗ halten, ließ er den Prior bitten, ihm im Beichtſtuhl Gehör zu ſchenken. Nach beendigter Beichte folgte er dem Oberen in deſſen Zelle, die er erſt um Mitternacht wieder verließ, nicht aber, um wie dieſer der nächtlichen Andacht beizuwoh⸗ nen, ſondern um ſich auf das ausdrückliche Geheiß des Priörs in ſeine Zelle zu begeben, wo er ſich bis gegen Morgen emſig mit Schreiben beſchäftigte. Nach einer kurzen Ruhe begab er ſich dann wieder zu ſeinem Vorgeſetzten und legte dieſem das in der Nacht Geſchriebene vor, welches der Prior auf⸗ merkſam durchſah und ihm ſeine Zufriedenheit darüber zu erkennen gab. Während dieſer Zeit hatten die Kloſterknechte ein Fuhrwerk beſpannt und auf dieſem nahm der Pater Platz, nachdem er vom Prior den Segen empfangen. Ein Knecht führte die Zügel.
Als das Fuhrwerk den Kloſterhof verlaſſen, lenkte es der Knecht in die Stralower Straße ein, fuhr beim Rath⸗ hauſe vorbei und über die Brücke bei den ſtädtiſchen Mühlen. Im Begriff, in die Roſchergaſſe einzubiegen, hielt er auf das Geheiß des Paters die Pferde an.


