Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Q

verruchte Maske, die er zu lange leider ſchon getragen den Wolf im Lammesfell will ich vor aller Welt in ſeiner wahren Geſtalt zeigen das ſei meines Strebens nächſtes Ziel! Und bereitwillige Hülfe und Vorſchub wird mir da⸗ bei von meinen geiſtlichen Obern zu Theil werden, denn hält er's nicht mit jenen Schwarzen, die unſerm Orden ſich beſtändig nur als Feinde und als Gegner zeigen, und nie⸗ dere Verläumdungen ſelbſt am Stuhle des heiligen Vaters nicht ſcheuen, gilt's ihre Zwecke gegen uns durchzuſetzen! Und dieſer Umſtand, hoffe ich, wird die über mich zu verhängende Buße wohl in etwas mildern! Doch ſage, Alter, war's wohl Recht, was Du da eben dachteſt?

Unter dieſen Gedanken war der Franziskaner auf dem Hundemarkte angelangt, wo eben der Abendgottesdienſt in St. Petri beendet war und die Menge unter dem Klange der Orgel aus den geöffneten Thüren der hellerleuchteten Kirche ſtrömte.

Einem offenen Gotteshauſe ſoll man nicht vorüber gehen! ſprach er bei ſich und drängte ſich mit Mühe in die Kirche, wo er in einer Seiten-Kapelle ſeine Andacht ver⸗ richtete.

Eben wollte er den Ort wieder verlaſſen, als er in ſeiner Nähe zwei Menſchen ein leiſes Zwiegeſpräch führen hörte. Sie ſchienen hinter einem der mächtigen Pfeiler zu ſtehen, die den dunklen Bogengang an den Seiten des Kir⸗ chenſchiffjs nach Innen zu begrenzten. Der Mönch würde hierauf nicht weiter geachtet haben und ſeines Weges ge⸗ gangen ſein, hätte er nicht in der Stimme des Einen die des Dieners erkannt, den Rycke während Ottokars Krank⸗ heit in deſſen Haus geſandt, und der des Paters Mißtrauen in ſo hohem Grade erweckt hatte. Ohne gerade die Abſicht des Lauſchens bewußt zu hegen, verharrte er doch in ſeiner knieenden Stellung.