AAAᷓAANANANRVR
Spandow bewogen. Doch bald gab er unter den heftigſten Vorwürfen und innerlichen Schmähreden gegen ſich ſelbſt dieſen Gedanken wieder auf, wie er auch von jedem ferneren ähnlichen Verſuche abſtand.
18.
— Hätte nimmermehr gedacht, daß noch nach ſo lan— ger Zeit der Vorwurf, den ich einſt auf mich geladen, an's Licht des Tages kommen könnte! murmelte der Mönch, als er auf die Gaſſe hinaustrat. Ja, ja, der Menſch denkt und Gott lenkt! Könnt's freilich verſchweigen, denn nichts zwingt mich zur Entdeckung— doch o pfui, Alter! Könnte mich entſchuldigen mit der Gewalt, durch die man mich zur Ver⸗ letzung meiner Amtspflicht zwang— könnte mich berufen auf die harte und lange Buße, die ich mir ſelber auferlegt— könnte es als Schickung Gottes ausgeben, der auf dieſe Weiſe und als Folge meines begangenen Unrechts mich zum Retter vieler Kranken und Leidenden machte.— Doch nichts von dem Allen! Mein Gewiſſen hat mich noch nicht völlig freigeſprochen, mag daher mein geiſtlicher Oberer das Rich⸗ teramt ausüben; es iſt beſſer ſo! Ein Glück noch iſt's, daß ich nichts Schwereres ihm zu bekennen habe.
Doch eins bleibt mir dabei zur Beruhigung: ich kann ein gutes, verdienſtliches Werk verrichten faſt in demſelben Augenblicke, wo ich mein Vergehen an's Tageslicht bringen muß. Und ſo mir Gott hilft, ſoll es auch geſchehen! Dem Frepler, der mit frecher Hand in Gottes ewige Weltordnung einzugreifen ſich ſtolz vermeſſet, will ich das Handwerk legen — oder dem liſtigen, niederträchtigen Betrüger abreißen die


