Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Spandower Thor harret mein der Knecht mit den Pferden! hob Boytin wieder an. Gehabt Euch alſo wohl für jetzt; bald ſollt Ihr von mir hören!

Nach kurzem Abſchiede und nachdem er ſeine Verklei⸗ dung wieder angethan, verließ er das Haus.

Auch ich darf nicht mehr länger bei Euch weilen, nahm der Mönch nach Boytins Entfernung das Wort. Doch kann ich nicht gehen, ohne Euch, junger Mann, wie⸗ derholt zu bitten, ſtets meiner Lehren eingedenk zu ſein und ſie wohl zu beherzigen. Vermeidet alles, was Euch wieder dem welſchen Doktor nähern könnte; der Grund, weshalb Ihr früher ſeine Wiſſenſchaft in Anſpruch nehmen wolltet, fällt ja nun weg, da Ihr die Ausſicht habt, den wahren Erben baldigſt erſcheinen zu ſehen nicht zum zweiten Male dürfte Euer guter Genius dem heilloſen Einfluß jenes Mannes Euch entreißen können! Zum Andern aber blickt getroſten Muthes in die Zukunft; gedenket ſtets, daß bei Gott

kein Ding unmöglich iſt und daß er, wie ich Euch vorhin

ſchon ſagte, die guten Menſchen durch Leiden und Trübſal zu Freude und Wonne führt, wenn ſie ihm vertrauen und ſich nicht von ihrem Schmerze auf Wege und Bahnen füh⸗ ren laſſen, die zu wandeln er dem Menſchen in ſeiner ewi⸗ gen Weisheit und Güte verboten hat. Bald, denke ich, werdet Ihr auch von mir hören!

Jetzt, da die drei, Ottokor, Lisbeth und Peter, im Ge⸗ mach allein waren, warf ſich Lisbeth an ihres Bruders Bruſt.

Mein Ottokar, mein treueſter Freund auf Erden, was iſt mit Dir, welch Geheimniß umgiebt Dich und mich? Ach, Bruder, Bruder, ich fürchte faſt, daß ich es bin, für die Du eine ſchwere Laſt auf Dein Herz genommen! faſt fürchte ich, daß Deine Liebe zu mir Dich zu weit geführt! Sprich, mein Ottokar, iſt dem ſo?

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