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Friedrich II. war bereits in voller Rüſtung, bis auf den gewichtigen Helm, der auf dem Marmortiſche des Ge⸗ maches ſtand.
— Jetzt, Herr Syndikus, bin ich bereit, mit Euch über der beiden Städte Angelegenheit zu ſprechen, nahm er bei Ottokars Eintritt das Wort. Laßt Euch nicht durch mein kriegeriſches Ausſehen ſchrecken; meine Rüſtung gilt des Landes Feinden, den Mecklenburgern und Pommern, gegen die ich noch vor Mittag ziehen will, nicht aber meinen Bür⸗ gern in den Städten.— Doch ſagt, was iſt Euch wider⸗ fahren, Herr? Ihr ſeht verſtört und bleich aus.
— Ein böſer Traum, mein hoher Herr, iſt daran ſchuld! verſetzte Ottokar. Nichts konnte jedoch die trüben Bilder, die eben noch meine Seele verdüſterten, ſchneller ver⸗ ſcheuchen, als Eure Worte, die Ihr, mein Fürſt, ſoeben ſpracht; ſie zeigen mir, daß Euer edles Herz, wie immer, ſo auch heute zur Milde und Verſöhnung bereit iſt.
— Zur Milde bin ich jederzeit geneigt, ſobald ich ſehe, daß ſie nicht ſchädlich iſt, erwiederte der Kurfürſt ernſt; doch ſtatt„Verſöhnung“ wolltet Ihr wohl„Verzeihung“ ſagen.
— Ich wage dennoch, gnädigſter Herr— wandte Ot⸗ tokar ein.
— Wir haben jetzt nicht Zeit, um Worte zu ſtreiten, unterbrach ihn der Kurfürſt, denn meine Augenblicke ſind gezählt. Zur Sache alſo. Nach Eurer Mittheilung, Herr Syndikus, die ich reiflich überdacht, bin ich auch der Ueber⸗ zeugung, daß ein Mißverſtändniß obwaltete; und wenngleich dadurch der beiden Städte verbrecheriſches Beginnen nicht entſchuldigt wird, ſo war es doch der Anlaß zu demſelben und deshalb findet Ihr mich für diesmal zur Verzeihung geneigt, ſobald mir die Gewißheit wird, daß ſich die Bür⸗ ger nicht mehr gegen meine rechtmäßige Gewalt empören wollen. Wir werden gleich hierüber ſprechen; doch zuvor
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