Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Unſchuldigen gethan, daß ſie die Strafen meines Verbrechens büßen müſſen..

So quälte er ſich noch eine geraume Zeit lang mit wir⸗ ren Gedanken und Vorſtellungen, die ihn, ſtatt zu beruhigen, nur immer mehr in ein bodenloſes Meer peinigender Zwei⸗ fel verſenkten, daß er an allem irre ward, was Vernunft und Glaube ihm bisher als feſte, heilige Wahrheit einge⸗

prägt und mit ſeinem Weſen verſchmolzen hatte. Um ihnen

zu entgehen, warf er ſich endlich auf ſein Lager und ſchloß

die Augen; allein in ſeinem Gehirn arbeitete es raſtlos fort und marternde Träume bemächtigten ſich ſeines Geiſtes, als ſein Körper dem ſich geltend machenden Bedürfniß nach Ruhe unterlag.

2.

Die matten Strahlen der winterlichen Morgenſonne glitzerten bereits durch die bunten Glasſcheiben der Fenſter, als der Eintritt eines Pagen, der Ottokar zum Kurfürſten beſchied, ihn vom Lager emporſchreckte. Er rief nach ſeinem Diener; doch ſtatt deſſen erſchien ein Trabant, der ihm mel⸗ dete, daß Peter in der Frühe des Morgens ſein Roß geſat⸗ telt und die Stadt verlaſſen habe. Da man glaubte, dies geſchähe im Auftrage ſeines Herrn, den man auf Befehl des Kurfürſten in nichts behindern dürfe, ſo hatte man ihn un⸗ geſtört gewähren laſſen. Ein ſchmerzliches Lächeln umzog Ottokars Lippen bei dieſer Nachricht, denn augenblicklich er⸗ innerte er ſich des Aberglaubens ſeines Dieners und erklärte 1 ſich, der Wirklichkeit gemäß, deſſen Verſchwinden als Folglge deſſelben. Er ordnete ſchnell ſeinen Anzug und begab ſich zum Kurfürſten..

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