Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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will ich, ſo viel an mir liegt, zur Aufklärung jenes Irr⸗ thumes beitragen. Bedient Euch eines Seſſels, Herr Syn⸗ dikus.

Ottokar folgte in geziemender Ehrerbietung dieſer Auf⸗ forderung.

In der vorletzten Nacht traf hier an meinem Hofe ein Bote meines wackeren Boytin ein, fuhr der Kurfürſt fort. Er brachte mir ein Brieflein, deſſen Inhalt mich beſtürzt und traurig machte, denn es ſprach die Vermuthung, ja die Gewißheit aus, daß Ihr, Herr Syndikus, als Opfer Eurer und meiner Feinde gefallen ſeid. Obwohl aus jedem Worte des kurzen Schreibens die tiefe Betrübniß über Euer ver⸗ meintliches Unglück ſich zu erkennen gab, ſo iſt Boytin doch ein zu guter Diener ſeines Landesherrn, als daß er nicht zu jeder Zeit und Stunde meines Vortheils eingedenk wäre. Er gab mir daher den Rath, mich bereit zu halten, den Bürgern beizuſtehen, wenn dieſe, was bei Eurer Beliebt⸗ heit, Herr, unzweifelhaft war, einmüthig ſich erhoben, um Euren Tod an den verhaßten Patriziern zu rächen, die man als Urheber des an Euch begangenen Frevels doch anſehen mußte. Daher nun kam es, daß ich dem Kammermeiſter Georg von Waldenfels ungeſäumt den Befehl zuſandte, mit ſeinen Reiſigen zur Stelle zu ſein, ſobald die Bürger dieſe Hülfe wünſchten. Ich wiederhole es Euch, Herr Syndikus, Niemand iſt froher, daß Boytins Befürchtungen nicht ein⸗ getroffen ſind, als ich, wenngleich ich nicht leugnen kann, daß mir ein bedeutender Vortheil daraus erwachſen konnte.

Und dieſe Geſinnung, mein Fürſt, ehrt Euch wahr⸗ lich mehr, als hättet Ihr zehn Städte durch Euren tapfern

Arm bezwungen! ſprach Oittokar. Doch Herrn Boytin muß

jetzt mein Vorwurf treffen ob ſeiner Uebereilung ſowohl, durch die ein unermeßliches Unheil erwachſen konnte, als auch ob der allzu ſchlimmen Meinung, die er von ſeinen

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