Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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AAAANANE

irdiſchen Dingen noch zu ſchaffen klebt er noch immer an dem Erdenſtaube, ſtatt frei zu ſein in jenen lichten Höhen, wo unſerem Glauben nach die Gottheit thront? Vernunft und Sinne liegen mit mir im Streit, und auch mein Herz quält dieſer Widerſpruch!Dann wird auch Deine Klara glücklich ſein! So lauten ihre letzten mit ihrem Blute nie⸗ dergeſchriebenen Worte. So iſt ſie's alſo bisher nicht ge⸗ weſen und ich ſoll ſie erſt glücklich machen, indem ich ihrem Willen folge! O, Klara, gieb mir Licht in dieſen Zweifeln; willſt Du wirklich, daß ich mein Heiligſtes, meine Liebe zu Dir, einer Andern opfern ſoll? Mich, fürchte ich, wird das nicht glücklich machen, und doch ſoll nur mein Glück das Deinige bereiten, der reinen Himmliſchen Glück von dem des ſündigen Erdenpilgers abhängen!

Er lehnte ſeine Stirn an die mit dünnem Eiſe bedeckten Fenſterſcheiben; ſie kühlten zwar ſeine brennend heiße Stirn, doch ſeiner Bruſt ſchien die Luft zu mangeln; er riß das Fen⸗ ſter auf und legte ſich in die dunkle Nacht hinaus. Ueber ſich ſah er den Himmel von ſchwarzen Wolken bedeckt, durch die nur hin und wieder das ſchwache Licht eines einſamen Sternes blickte; zu ſeinen Füßen hörte er das Gebrauſe der

beiden märkiſchen Flüſſe, deren einer ſich hier in den andern ergießt, und drüben jenſeits der Gewäſſer wogte der ſchwarze Föhrenwald. Lange ſchaute er in die finſtere Nacht und un⸗ nennbares Weh erfaßte ihn wieder, wie am Abende nach Klara's Tode, als er in Boytins Garten zu Britz umher⸗ irrte. Wie damals beſtürmten ihn quälende Zweifel, und wie's auch mit unnennbarer Sehnſucht in ſeinem Herzen nach der Geliebten rief: keine Stimme gab ihm Antwort auf die bangen Fragen.

Endlich ſchloß er das Fenſter wieder und trat an den Tiſch zurück.

Wie's nun auch ſein mag, murmelte er, indem er das Linnenzeug und den Ring an Herz und Lippen deückte,